Pflanzen - Physiologie.
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des Gefäßes anfangend, der allmälige Uebergang aus der mit einer zarten, gleich-artigen Membran umschlossenen und ihren Kern einschließenden Zelle in die mitSpiralfasern, Spalten und Punkten bezeichneten Wandungen der älteren Gliederdes Gefäßes verfolgen, wobei zugleich erkannt wird, wie mit dieser Ausbildungder Glieder der Anfangs vorhandene flüssige Inhalt verschwindet und durch Lustersetzt wird.
In der Membran der Zelle sind ursprünglich und meist auch später keineOeffnungen (Poren) zuerkennen; dennoch ist dieselbe für alle Flüssigkeiten durch-dringbar; und die Zelle kann deßhalb die letzteren sammt den in ihnen völlig auf-gelösten Stoffen durch ihre Wände in ihre Höhle aufnehmen. Da die in derZelle bereits enthaltene Flüssigkeit durch die fortwährenden chemischen Verän-derungen, die sie erleidet, dichter ist, als das Wasser und dessen Auflösungen,welche der Zelle als Nahrung zugeführt werden, so ist das Eindringen dieserdünneren Flüssigkeiten, bei ihrer ohnehin meist großen Verwandtschaft zu demZelleninhalte, nach den Gesetzen der Endosmose und Exosmose wohl denkbar,so fern es sich von einer isolirten oder überhaupt von einer mit jenen wässerigenAuflösungen in unmittelbarer Berührung stehenden Zelle handelt. Da fernerjedes längere Zeit mit der Atmosphäre in Berührung gewesene Wasser, außerseinen constituirenden Bestandtheilen, dem Sauerstoffe und Wasserstoffe, auch Koh-lensäure und Ammoniak (die Quelle des Stickstoffes) enthält, so sind damit dievier wesentlichen Grundstoffe zu deu organischen, zur Ernährung und zum Wachs-thums der Zelle erforderlichen Substanzen gegeben, außer welchen aber auch nochdie übrigen im Wasser aufgelösten Stoffe organischen und unorganischen Ur-sprunges der Zelle zugeführt werden und diese also das ganze zum Assimilations- »Processe nöthige Material empfängt. In der Zelle tritt nun wahrscheinlich zu-vörderst eine Zersetzung des Wassers und eine Verbindung der Kohlensäure mil-dem Wasserstoffe ein, zwei Vorgänge, welche fast nur unter der Einwirkung desSonnenlichtes Statt haben. Daraus gehen dann die ternären Verbindungen(Zucker, Gummi, Stärkmehl, Pflanzenschleim, Membranenstoff u. s. w.) hervor^Aber auch das Ammoniak wird in seine Grundstoffe zerlegt, um die stickstoff-haltigen Bestandtheile (die Proteinkörper), welche gewöhnlich noch einen kleinenAntheil Schwefel und Phosphor enthalten, zu bilden. Während der Bildungdieser und überhaupt der zur Erhaltung und Vermehrung der Zelle dienendenassimilirten Stoffe, so wie auch in Folge des durch deren häufige Umbildunghervorgerufenen Stoffwechsels werden mancherlei Stoffe frei, welche theils ausder Zelle ausgeschieden werden, theils mit anderen freigewordenen oder durchdas Wasser/zugeführten, nicht assimilirten Stoffen neue Verbindungen eingehen,welche als abgesonderte Substanzen (Secrete) zurückbleiben. Zu den ersterengehört, nebst dem unzersetzt gebliebenen, in Dunstform (seltener in tropfbarflüssigem Zustande) entweichenden Wasser, hauptsächlich der überflüssige, bei derZersetzung des übrigen Wassers frei gewordene Sauerstoff, welcher am Tage,hauptsächlich im Sonnenlichte, und die überschüssige Kohlensäure, welche zumaldes Nachts ausgehaucht wird; zu den letzteren sind die in Krystallform sich ab-scheidenden Salze zu zählen; durch deren Bildung solcbe abgesonderte Stoffe,welche für sich der Zelle schädlich wären, wie manche Säuren, namentlich diehäufig sich bildende Oxalsäure, neutralisirt und unschädlich gemacht werden. Vonverschiedenen in der Zelle erzeugten Substanzen, z. B. dem Chlorophyll undden Milchsäften, ist es indessen noch gar nicht ermittelt, ob sie zu den assimilir-ten oder zu den abgesonderten, bei dem Lebensprocesse nicht mehr verwendbarengehören. Obgleich von den in der Pflanzenzelle auftretenden Vorgängen derStoffbildung und des Stoffwechsels noch keiner in seine Einzelheiten verfolgt