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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Botanik.

durch eine stets wiederholte unmittelbare Verjüngung", welches den meisten,besonders aber in derfortwährenden Bildung neuer Organe zu den älteren",welche allen Pflanzen gemein ist, einen der wichtigsten Unterschiede der letzterenvon den Thieren. Fügen wir dazudie Entwickelung aller zusammengesetztenOrgane nach Außen und die große Selbstständigkeit der einzelnen Elementar-Organe", so erhalten wir drei wesentliche positive Merkmale, welche in Ver-bindung mit einem zwar negativen, aber nichts desto weniger sehr bestimmtenMerkmale, nämlichdem Mangel eines besondern, für sich abgeschlossenen, zurNahrungsaufnahme und Verdauung dienenden Behälters oder Magens", vierMomente bezeichnen, in welchen der allgemeine Charakter der Pflanze, imGegensatze zum Thiere, möglichst scharf ausgesprochen ist.

Außer den schon am Schlüsse der Zergliedcrungslehre genannten, neben der Anatomieauch die Physiologie (wenigstens thcilweise) behandelnden Werken von L. Chr. Trevi-ranus, Link, Sprengel, Sch leiden, Mohl und Unger - und den in diesem letztenAbschnitte selbst erwähnten Schriften verschiedener Autoren sind von mehr umfassenden, derneuern Zeit angehörenden Werken über diesen Lehrzweig noch besonders anzuführen:l?^r. O s L an L oll e, Nli^siolvgis vägätsis" etc. ksrie, 1832. 3 Läe. (8). Davon die mitvielen Anmerkungen und Zusätzen versehene tlebersctzung vonJoh. Röper, A. P. DeCandolle, P flanzen-Physiolog ie" n. s. w. Stuttg. u. Tüb. t. Bd. 1833; 2. Bd.1835.Lud. Christ. Treviranus, Physiologie der Gewächse". Bonn, 18351838.2 Bde. (8).F. I. F. Mey en, Neues System der Pflanzen-Physiologie". Berlin,18371839. 3 Bde. (8). .6. a. liluläer, kiosve eener algemeeue xb^sivloxisclie Kcliei-Lumle.". Ilotteräsm, 1813 1816. 1 8e. 8tule (8). Davon die llebcrsetzung vonI a e.Mol esch vtt, Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie von E. 2 - Mulder". Heidelb.

1816. 7 Lief.

Die Lehren von den Mißbildungen und Krankheiten der PflanzenTeratologie und Pathologie konnten in der vorstehenden übersicht-lichen Darlegung der Botanik keine besondere Ausführung finden, weil dieerstere nicht von der Gestaltlehre zn trennen ist, sondern nur in Verbindungmit dieser und als theilweise Ergänzung derselben wissenschaftlichen Werth erhält,die andere aber größtenteils noch der wissenschaftlichen Begründung entbehrtund überhaupt, wie schon Eingangs erwähnt, mehr dem Gebiete der Land-wirthschaftslehre angehört, eben so wie die Pflanzen-Ch emie nur einenTheil der gestimmten Chemie bildet und die verschiedenen Zweige der ange-wandten Botanik bloß als Theile von anderen, früher bereits genanntenWissenschaften gelten können. Hieraus ist jedoch eben ersichtlich, in wie naherBeziehung die Pflanzenkunde nicht nur mit anderen Fächern der Naturkunde,sondern noch mit sonstigen Wissenschaften steht und welchen Nutzen daher auchvielen Anderen noch, als dem Botaniker vvm Fache, das Studium der Botanikgewährt.