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Einleitung.
sich aber eine große Mißstimmung äußerte, vorzüglich bei denevangelischen Orten, wegen der Verfolgungen der Hugenottenin Frankreich und dem Vergnügen, das der König selbst darüberbezeugte, da er zusah, als man auf dem Platz der Greve dieHugenotten an Zugwinden, woran sie mit eisernen Ketten be-festigt waren, in die Höhe zog, dann sie in daS unter ihnenangezündete Feuer fallen ließ und dieses mehrmals wieder-holte. 89 ) Wenn die Geistlichen bei Zürich wider den Bundpredigten, so lag dieses in der Natur der Sache und der da-maligen Ansichten; daß aber das Betragen Heinrich's, seine Un-sittlichkeit, verbunden mit seiner Verfolgungssucht und Grausam-keit gegen die Protestanten, auch das ganze Volk gegen denBund mit Frankreich stimmte, darüber muß man weniger sichverwundern, als bei dem Bund mit Franz I. Wir sehen aberimmer setzt und noch lange Zeit, daß die Schweiz sich nicht alsein Staat betrachtete, in welchem die Minderheit der Mehrheitfolgen müsse, sondern immer glaubte sich jeder Stand berechtigt,seinen eigenen Willen zu befolgen, ohne Rücksicht anf das Ganzezu nehmen.
Nach diesen Grundsätzen verfuhr nun auch Bern. DieserStand hatte im Jahr 1536 das Wadtland erobert und es mitseinen übrigen Landen vereinigt; aber noch bestand kein Akten-stück, durch welches die Beherrscher von Savoyen dieses Landförmlich abgetreten hatten, und eben so wenig war es noch demSchweizerbund einverleibt; daher wünschte Bern, daß Frankreichdieses Land unzweideutig in den Bund aufgenommen und da-durch es den Bernern garantirt hätte. Da Frankreich aber diesesabschlug, so schlug es Bern seinerseits auch ab, dem Bund bei-zutreten. fl0 ) Den 6. Brachmonat 1549 nahmen Luccrn, Schwyz
»■>) Meacray V. 882.
'«) Vuilliem!» Bd. VI». von Miillcr's Gelchichte deutsch. S. 323.