Band 
Erster Band.
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Der Bund mit Heinrich II. wird geschlossen. 107

Unterwalden, Zug, Glarus, Frciburg, Solothurn und Appen-zell, nebst den zugewandten Orten Abt und Stadt St. Gallen,Graubünden, WalliS und Mühlhauftn, den Bund an und unter-zeichneten ihn den folgenden Tag; die Beschwörung desselbenwurde aber noch zurückgestellt, in der Hoffnung, daß noch mehreOrte ihm beitreten werden. Daß Rom stark zu diesem Bundbeigetragen habe, so wie die Feindschaft der katholischen Kantonegegen die Protestanten, läßt sich leicht errathen, wenn diefranzösischen Gesandten es auch nicht selbst gesagt hätten; aberdas Urtheil derselben über Uri ist ungerecht, denn wenn auches nicht geläugnet werden kann, daß dieser Stand, wie alleStände der Eidgenossenschaft, viel auf sich selbst hielt und nichtfrei von Eitelkeit war, so war er hingegen besonnen und sehr festauf seinen Meinungen, was ganz dem Urtheil der französischenGesandten widerspricht. 91 ) Wirklich traten Uri, Basel undSchaffhausen noch dem Bunde bei; Basel nur aus das Ver-sprechen der beiden oben genannten Botschafter.hin, 9 ") daßder König über die früher bestimmten Pensionen alljährlich nochan Basel andere 3000 Livres bezahlen werde. M )

Dieser Bund zeigt uns schon eine Erfahrung, die unsereGeschichte noch öfter wird wiederholen müssen, daß sehr oft,wenn einzelne, besonders kleinere Kantone, gesondert mit großenMächten unterhandeln, sie aus Unkenntniß oder SchlechtigkeitBcdingm'sse eingehen, welche wahrscheinlich gewandtere Diplo-maten nie eingegangen wären. Wir bezeichnen als solche diein dem Art. 1 eingegangene Verbindlichkeit der Eidgenossen, demKönig Heinrich auch diejenigen Länder helfen zu vertheidigen,

•>0 A. <J. O. Noten 08 und 69.

”) Auch dieses ist ein Beweis, daß nur diese zwei Botschafter den Bundunterhandelten.

Ochs VI. 205.