Band 
Erster Band.
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Einleitung.

beizuwohnen. Alle Gesetze und Verträge, welche auf dieses Ge-schäft Bezug hatten, wurden, so wie auch die Antworten der Ge-meinden, vorgelesen. "") Obschon nun die Mehrheit des Rathesbeschloß, dem Bunde fremd zu bleiben, so wurde später, den 21.Hornung, doch beschlossen: von den Ambassadoren eine feierlicheErklärung zu begehren, daß man im Falle einer Verfolgungder Protestanten in Frankreich wieder austreten könne und daßman des Vorbehalts des h. Stuhls entledigt werde. An erstermBedingniß, welches Frankreich nicht eingehen wollte, scheitertedieser Versuch. 102 ) Bei den Grausamkeiten, deren man sichöfter in Frankreich gegen die Hugenotten schuldig machte, wares allerdings nicht zu erwarten, daß die protestantischen Ständeder Schweiz Antheil an dem Bunde nehmen sollten, so sehr auchin politischer Hinsicht es rathsam sein konnte.

Bis zu den Zeiten Ludwig's XI. war der Gedanke der Selbst-herrschaft und der Freiheit das Prinzip, welches die Kantonevereinigte; dieses Streben war damals in ganz Deutschlandverbreitet. Jeder wünschte, Alle möchten die Unabhängigkeit unddie Freiheit nach damaligem Sinn (Autonomie) besitzen, undJeder beeiferte sich, dieses Gut auch Andern zu verschaffen. Eswar eine von den Ideen, welche eine höhere, edlere Begeisterungerwecken und die Sympathie aller Völker gewinnen. Darumbewirkte sie das Zusammenhalten der frcindartigsten Theile, dieAufopferung Aller für Einen und Jedes für Alle. Seither warder Kriegsruhm und die Begierde, sich zu bereichern, was diegrößte Anzahl begeisterte; nur Bern strebte noch nach Ver-größerung. Schon vom Jahr 1524 an begann die Trennung zwischen den Katholiken und Zürich, ‘° 3 ) theils durch den Papst und die

1<u ) 15 derselben stimmten unbedingt bei; lit wünschten mehr oder wenigerwichtige Veränderungen in dem Bunde, und 8 erklärten sich unbedingtgegen den Bund.

-o-) Bon Tillier 111. 412 — 413. 41»-421.

10 ’) Zellweger's Appenzellergeschichte 1». 1. S. 85.