Audienzen der Eidgenossen bei dem König. 115
von Frankreich und Polen, so wie auch wegen seiner Vermählungbezeugen ließen. Ebenfalls sollten sie Sr. Majestät bezeugen,wie sehr es ihren Herren und Obern lieb wäre, wenn die Unter-thanen des Königs ihm gehorchen würden, damit das König-reich, welches so sehr bedrängt sei, wieder könnte Ruhe ge-nießen. Der König dankte für die Freundschaftsbezeugungenseiner besten, vertrautesten Freunde und Verbündeten und er-klärte, daß es ihm nie an gutem Willen gefehlt habe, seineUnterthanen in Gnaden aufzunehmen, und er werde es nochthun, wenn sie, wie sie es schuldig seien, ihrem natürlichenHerrn und König gehorsam sein wöllen. Den 13. Mai hattenalle acht Gesandte ihre gemeinschaftliche Abschiedsaudienz, beiwelcher sie das Betragen seines Gesandten, Johann von Bel-lievre, Herr von Hantefort, sehr rühmten, Se. Majestät baten,ihr Wohlwollen ferner der Eidgenossenschaft zu widmen, undder Leibwache den Sold zu verbessern wegen der herrschendenTheurung. Der König dankte ihnen für ihren guten Willen,empfahl ihnen, dabei zu verharren, und versicherte sie seinesWohlwollens. I06 ) Wahrscheinlich hatten die Gesandten der vier
im) Wir haben diese Relation umständlich aus den Urkunden zu Zellweger's Appen-zellergeschichte Nr. DCCCCXXXVI. enthoben, weil die Relationen alleüber diese Gesandtschaft parteiisch oder nicht genügend sind. De ThouLiv. LX. ist gar kurz Bluntschli Mcmorabilia Tigurinae sagt nur,die Gesandtschaft habe keinen Erfolg gehabt, p. 168 — 169. ZurlaubenBd. V. S. 5 spricht hauptsächlich von dem Vertrag der reformirtenKantone. Alt IX. 22 ist eben so kurz, unhinlänglich und spricht ebenfallsnur von der Audienz im Allgemeinen und jener der Protestanten. Ebenso unvollständig ist Stettler 11. 249, der aber uns meldet, daß auch einGesandter von Basel dabei war. Ochs VI. 271 weiß nichts davon. Bu-flnger II. 169 macht auch eine ganz falsche Schilderung dieser Gesandt-schaft. Eben so ungenügend ist der Bericht von Joh. H. Tschudi'sGlarner Chronik S. 368. Tiüier W. 437 stellt diese Gesandtschaft sovor, als wäre sie auf Betreibung der evangelischen Stände geschehen, wäh-rend dieses nirgends erhellt, sondern mehre Autoren sagen, sie fand