Audienzen der Eidgenossen bei dem König. 117
Hierauf antwortete der König: er danke ihnen sehr für ihrenguten Willen und erkenne daraus die Liebe, die ihre Herrenund Obern fortwährend zu ihm haben, wie sie es schon öfterdurch Thaten erprobt haben, und wann der Fall sich ereignensollte, so trage er zu ihnen das vollestc Zutrauen, als zu seinenalten vertrauten Freunden, und bitte ihre Herren und Obern,in diesem guten Willen zu verharren, wie er es auch thun wolle.Und wenn er auch, wegen dem großen Jammer, der Noth unddem Elend seiner Unterthanen willen, damit sie nicht Alle zuGrunde gehen und unglücklich werden, den Frieden schließenmüßte, so werde er doch bedacht sein, nichts einzugehen, was derEhre Gottes und dem alten, wahren katholischen Glauben zu-wider wäre, da er gesinnt sei, in selbigem zu verbleiben. ,07 )
Wenn wir auch das Mitgefühl ehren, welches die evangelischenStände für die Leiden der Hugenotten hatten, so können wirdoch ihren Schritt, dem König die von ihnen aufgesetzten Friedcns-bedingniffe zu empfehlen, nicht billigen. Hätten sie nicht darandenken sollen, daß, wenn der König ihnen hätte empfehlenwollen, den Katholiken nachzugeben, sie sich seine Einmischungin ihr Inneres verbeten hätten, und mußten sie nicht noch umso mehr das Nämliche von dem König erwarten, da gerade siesich davon ferne hielten, ihm irgend eine Unterstützung zu geben?Ferner konnten sie wohl vorsehen, daß ihre katholischen Ver-bündeten den entgegengesetzten Wunsch äußern, und sie dadurchden Anlaß geben würden, ihre innere Entzweiung an einemfremden Hofe zur Schau zu tragen.
A- a O. Wir sehen hieraus, wie nothwendig es für die schweizerischenGeschichtschreiber ist, sich nicht zu begnügen, nur ihr kantoüaleS Archivzu benutzen. Woher Herr Vnilliemin die besondere Jnsi'uktion von Lußikenne, die er bei der bezeichneten Stelle anführt, sagt er nicht; daherkonnten wir die Richtigkeit derselben nicht untersuchen.