Die Zeitumstände werden trüber. I3S
zu erhalten und ihre Anhänglichkeit an Frankreich zu befestigen/'")welches ihm wirklich in solchem Grade gelang, daß die Epocheseiner Regierung sich in der Schweizergeschichte als eine derruhigsten auszeichnet; denn während dieser ganzen Zeit war derFrieden in der Schweiz nie gestört, und nur von Savoyenund Spanien her bedroht. Die Art, wie dieser König beideKonfessionen glssichhielt, bewirkte, daß auch in der Schweiz dieVerhältnisse weniger unfreundlich waren.
Ob aber dieser Zustand so geblieben wäre, wenn er nochlänger gelebt hätte, ist sehr zweifelhaft; denn sowohl seine Geg-ner als auch er selbst hegten Plane, bei deren Ausführung, sowie bei dem Kampf, der dadurch entstehen mußte, die Schweiznicht hätte können ohne Theilnahme bleiben.
Der Kaiser Rudolf H., welcher von 1576 bis den 20. Jänner1612 den kaiserlichen Thron besaß, war ein äußerst nachlässigerFürst, der sich um die Regierung gar nicht kümmerte; daherentstund während derselben eine Anarchie in Deutschland, welchedessen Unabhängigkeit bedrohte. Maximilian, Herzog von Baiern,erster Kurfürst von Baiern, eroberte die Reichsstadt Donauwerth,welche wegen Unruhen in die Reichöacht verfallen war, undman überließ ihm deren Besitz als Entschädigung für seineKriegskosten. Dieses Ereigniß, so wie auch die Plackereien, wo-mit er die evangelischen Einwohner zwingen wollte, zu derkatholischen Konfession überzutreten, ließen die evangelischenReichsstände befürchten, man wolle den Religionsfrieden nichtmehr halten, und veranlaßte eine große Anzahl derselben, imJahr 1608 sich mit einander zu verbinden unter dem Namender Union. Der Herzog von Baiern bildete ihr gegenüber eineheilige Ligue, welche Philipp III., König von Spanien, umSchutz bat. Er versprach Subsidien, begehrte aber den Titel
Archiv für schweizerische Geschichte. Bd. >. I7N.