Band 
Erster Band.
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166
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166 Buch I. Kapitel >.

Die eidgenössischen Geschäfte wurden immer von dem ge-heimen Rache vorberachen,und nur wenn man es nöthig fand, dannnoch an den kleinen Rath gebracht. Seitdem Zürich die Leitungder eidgenössischen Geschäfte erhielt, bildete sich dort ein eidge-nössischer Geist und eine Konsequenz in Behandlung der Ge-schäfte, welche wohlthätig wirkte. Vorzüglich zeichnete sich Zürichals evangelischer Vorort aus. In keinem andern Kanton wardas Interesse für die evangelische Konfession so groß, wie inZürich. Die Obrigkeit und die Geistlichkeit wachten darüber;daher auch die katholischen Kantone bis in die neuern Zeitenam meisten Zürich haßten. Die Geistlichkeit nahm aber nichtnur Antheil an der Erhaltung des evangelischen Glaubens,sondern mischte sich öfter auf ungebührliche Art in die poli-tischen Angelegenheiten, und zwar in keinem duldsamen, liebendenGeist. Zwingli wurde gezwungen, sich in die Politik zu mischen,weil es zu seiner Zeit, nach dem Tode des Bürgermeisters Röust,an tüchtigen Staatsmännern fehlte und noch manche verkapptenFeinde der Reformation in der Regierung waren. Die Geist-lichkeit hätte aber erkennen sollen, daß es nicht in ihrer Stel-lung sei, sich in weltliche Geschäfte zu mischen.

Nach dem dreißigjährigen Krieg entstand allmälig in Zürichein noch nie erlebter Wohlstand. Die Seiden- und Floretspinnereienund die Fabrikation der Büratte aus Schafwolle nahmen sozu, daß in Folge des glänzenden Verdienstes die Bevölkerungund das Staatseinkommen ebenfalls im Zunehmen waren. Derallgemeine Wohlstand, mit rein religiösem Sinn gepaart, be-wirkte, daß Jeder von seinem Überflüsse der Unterstützung derArmuth widmete. In diesem Jahrhundert wurde der Spitalerweitert, ein Lazareth, eine Versorgungsanstalt für Waisen,die Stadtbibliothek, ein Zuchthaus, lind ein Kerker für dieUnverbesserlichen gestiftet. 6 )