Mitthe il» »gen von Friedrich l. an Neuenburg.' ISO
wichtigen Aufträge erledigte, die er in seiner niederern Stellungerhielt, ihn würdig machte, bei erster neuer Erledigung derSchultheißenstelle sie zu erhalten.
Im Jahr 1703, den 13. Hornung, theilte Friedrich 1., Königin Preußen, dein Staatsrathe von Ncuenburg die Kunde mit,daß der König Wilhelm schon den 23. Weinmonat 1694 ihmseine Rechte auf Neuenburg abgetreten habe. Im Jahr 1704 unter-zeichnete dann der Herzog von Marlborough mit dem Königvon Preußen einen Traktat im Namen des Kaisers, der Königinvon England, der Generalstaaten und des Herzogs vonSavoyen, laut welchem diese Mächte sich verpflichteten, wederWaffenstillstand noch Frieden mit Frankreich zu schließen, bisdem König von Preußen das Fürstenthum Neuenburg undValangin abgetreten sei.
Schon im Jahr 1688 wurde Simeon Bondeli, ein Berner,von dem Kurfürsten von Brandenburg als Gesandter CEnvoye)in die Schweiz geschickt und als solcher bestätigt, als der Kur-fürst 1701 den Titel Friedrich 1., König in Preußen, annahm.Bondeli stellte sich nun an die Spitze derjenigen Partei zu Neucn-burg, welche das Fürstenthuin diesem König zu bringen wünschte,ein Plan, welchen Bern unter der Hand sehr kräftig unterstützte,weil dieser Stand wohl einsah, wie nützlich es für die Schweizim Allgemeinen und für Bern besonders sein müsse, wenn einmächtiger protestantischer Fürst, der in großer Entfernung sichaufhalte, dieses Fürstenthum besitzen würde. Es lag aber nochein anderer Plan im Hintergrund. Da der König von Eng-land als Erbe des Hauses Chalons-Oranien nicht nur seine An-sprüche auf Ncuenburg, sondern auch auf seine beträchtlichen Be-sitzungen in der Frcigrafschaft Burgund an den König von Preußenabgetreten hatte, *') so hoffte Bern, Preußen werde im Frieden diese
J1 ) Teatrum Europæu m. Umständliche Forderungen 3(iro königlichen Maiestätvon Preußen. Bd. XIX. S. 342.