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Zweiter Band.
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Buch 11. Kapitel I.

Anjou zu erklären und mit ihm das Kapitulat zu erneuern.Jetzt aber, da die Katholischen zwischen Österreich und den Re-formirten eingeengt sind, befinden sie sich in großer Verlegen-heit. Zwar ist der Überfluß aller Lebensmittel für sie sehr gün-stig, weil ein Verbot der Ausfuhr für die Lombardei schädlicherals für die katholischen Kantone wäre. Hingegen würde es sieempfindlich treffen, wenn die Einfuhr ihres Viehes und desKäses verboten, ihren Kaufleuten der Eintritt in die Lombardeiverwehrt und ihre Effekten sequestrirt würden. Aber selbst dannwerden sie die Gnade des österreichischen Hauses noch nicht an-flehen, sondern erst, wenn sie werden erfahren haben, daß siedurch kein anderes Mittel diese Gnade erlangen können. DaRebing's Handlungsweise ") im Thal von Aosta beweist, wiewenig man sich auf Leute verlassen kann, deren Familie stetsFrankreich ergeben war, so sollte man den katholischen Schwei-zern in einem neuen Kapitulat nicht die nämlichen Vortheilegewähren, welche der Herzog von Anjou ihnen für den Kriegs-dienst gewährte, wohl aber die nämliche Besoldung, welche sievon Frankreich haben, damit die Schweizer, wenn sie sehen, daßandere Mächte dem Beispiel von Frankreich folgen, desto ehergegen dieses Reich eine feindselige Stellung annehmen. Manmuß aber die Zahlung zum Voraus bestimmen, damit sie nicht,wenn sie sehen, daß man ihre Truppen nöthig hat, eine höhereBesoldung begehren können. Da man aus Erfahrung weiß, daßes Kantone giebt, die ganz ohne Scheu den Befehlen von Frank-

") Joseph Anton, Per 1687 Landsseckelmeister, 1688 Landvogt im Gaster,später Landshauptmann in der March, 1693 Landvogt zu SarganS, undals solcher Urheber des Wartauer Handels, 1694 Oberst in Dienstendes HerzogS von Savopen war und von ihm den Orden 8t. Mauriziict Lazari erhielt. Er ward aber beschuldigt, den Franzosen die FestungBard verkauft und als Preis dafür den Orden deS St. Michaels unddie Herrschaft Mervais erhalten zu haben. Leu und Botta. Bd. IX. S. 33.