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Zweiter Band.
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Buch U. Kapitel II.

nachtheilig wäre, sich in dieses Geschäft zu mischen. FolgendeStelle aus diesem Briefe macht es begreiflich, daß daraus gegenden Herrn von St. Saphorin so heftige Feindschaft entstand.

„Bei allem dem ist es wahrhaft bedauerlich, daß man hiervollkommen überzeugt ist, der Herr Graf von Trautmannsdorffhandle ganz im Interesse des Abtes von St. Gallen und derkatholischen Kantone. Man sagt, die Minister des Abtes vonSt. Gallen thun keinen Schritt ohne seinen Rath und alle Rath«schlüge über dieses Geschäft werden bei ihm gehalten. Man sagtvon ihm, er habe dem Abte von St. Gallen deutsche Offiziereverschafft, seine Milizen zu kommandiren; er habe gesagt, eswerden kaiserliche Truppen in der Vorarlbergischen HerrschaftWinterquartiere beziehen, die zur Verfügung dieses Abtes stehen,und Se. kaiserliche Majestät werde ihn in diesem Streit auf allemögliche Weise unterstützen.

„Bei meiner Rückkunft vom Lande hörte ich die bitterstenKlagen über die Aufführung des Grafen von Trautmannsdorff.Man sagt allgemein: Ist dieses der Dank für Alles, was wirbis jetzt zu Gunsten Sr. kaiserlichen Majestät thaten, und wo-von der Herr Graf Trautmannsdorff Zeuge war?" S1 )

Diesen Brief theilte der Graf dü Lüc der Regierung vonBern mit, in der Absicht, wie er in einem Brief vom 15. Mai1709 an Cambiaques, einem warmen Freund ber Berner und

->) Beilage Nro. XXII. Wir lassen diesen Brief ganz abdrucken, obschoner damals gedruckt wurde, und, wie wir sehen werden, viel Aufsehenerregte. Herr von St. Saphorin konnte niemals erfahren, wie der Brief,anstatt an seine Adresse zu kommen, in die Hände des Grafen Traut-mannsdorff und des Grafen dü Lüc kam. Er vermuthete, es sei inSchaffhausen geschehen, wo das HauS Thurn und Taxis die Post ge-pachtet habe. Dieses war die Ursache, warum er in der Folge alle seineDepeschen über Konstanz gehen ließ. Bon Arr III. S.420, Noie c, be-richtet, daß der Brief in St. Gallen gedruckt wurde