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Zweiter Band.
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Du Luc und auch dcrKaiserJoseph schreiben an Bern 125

Willading's, sagt, den Anlaß zu benutzen, um mit Bern anzu-knüpfen und diesen Kanton wieder für Frankreich zu gewinnen.Er wolle ihnen daher Anlaß geben, sich geradezu gegen dieÄußerungen des Briefes zu erklären, oder wenigstens zu zeigen,daß sie nicht nach ihrem Sinne seien, damit er dann diese Er-klärung bei dem König zu ihren Gunsten geltend machen könne.Er glaube um so eher, dieses erwarten zu können, da es unbe-greiflich wäre, daß vernünftige Leute stillschweigen würden, nach-dem sie ein solches Schreiben gelesen haben. Aber, fügt er bei,er vernehme, daß, weit entfernt, ihm für seine MittheilungDank zu wissen, man im Gegentheil trachte, sein Schreiben sogehässig darzustellen, als man dasjenige des St. Saphorin hättedarstellen sollen. 22 )

Noch bevor der Graf dü Lüc diesen Brief schrieb, erhielt Bernein Schreiben vom Grafen Trautmannsdorff vom 7. Jänner 1709,das eine Zuschrift des Kaisers Joseph vom 22. Herbstmonat 1708mittheilte, in welchem er sagt: Da das Toggenburg ein Reichs-lehen sei, so könne er es nicht dulden, daß das Volk sich Zivil«und Kriminal-Gerichtsbarkeit anmaße; er lade daher die Eid-genossen ein, die Sache gütlich zu vermitteln. 2 ^) Bern theiltedieses Schreiben St. Saphorin mit, welcher den 15. Jännerdarüber bemerkte: Der kaiserliche Brief sei entgegengezeichnetvon dem Grafen von Schönborn, Vizekanzler des Reichs, undvon Conspruch, dessen Referenten. Der Graf sei ein junger, ta-lentvoller Mann, aber ohne Erfahrung, und der vorschnell handle;hingegen sei Herr von Conspruch eben so vorsichtig als weise,aber er müsse die Befehle, die man ihm ertheile, befolgen; hin-gegen hange die Art der Darstellung und die Auswahl der Aus-drücke von ihm ab. Er vermuthe, der Zweck dieses Schreibens

*0 Bd. V. S. 23.

”) Abschiedesammlung in Zürich. Bd. 1709.