Es ereignen sich Thätlichkeiten im Toggenbnrg. 127
20. Weinmonat, begehrt, daß diese Stände sich einer unbeding-ten Vermittlung unterwerfen, worauf diese den 16. Jänner 1700erwiederten: sie nehmen gerne die Vermittlung an, wenn manden Landeseid, das Landrecht von 1440 und den Landesfriedenvon 1538 als Basis betrachten wolle, da aus diesen Verträgendie Rechte hervorgehen, mit welchen der Abt das Toggenburgvon den Herren von Raron erkauft habe.
Am Ostertage und dem darauf folgenden Sonntag ereignetensich in Henau und Kirchberg Schlägereien, in Folge deren derAbt von St. Johann das Schloß Schwarzenbach und die Brü-bacherbrücke mit Wachen besetzen ließ. Nun versammelten sichAbgeordnete von Zürich und Bern in Zürich vom 19. bis 24. April,und beriefen Abgeordnete von beiden Religionen aus dem Tog-genburg zu sich, denen sie erklärten, man begehre nur, sie beiihren Freiheiten zu schützen. Zürich theilte zugleich den BernerGesandten mit, daß der Abt von St. Gallen selbst an Basel undSchaffhausen berichtet habe, er begehre von dem Kaiser Hülfe.
Im Mai fand eine Tagsatzung in Baden statt, die bei derBewillkommnung des französischen Gesandten in Solothurn schonvon den katholischen Ständen verabredet worden war, bei wel-cher gegen die Erwartung dieser Stände auch Zürich und Bernerschienen. Die Vermittlungsversuche waren wieder fruchtlos,und man verbat sich die Vermittlung sowohl des Grafen dü Lüc,als des Grafen von Trautmannsdorff. 25 )
Mit dieser auf die Akten gestützten Darstellung der Ereignissemuß nun, zu richtigem Verständniß der Verhältnisse mit Frank-reich, auch die Art verglichen werden, wie solche der Graf dü. Lücauffaßte und darstellte.
Exc. Bd. v. S. 13,r.Zürcherische Abschiede. Bd. 170!).