Verhältnisse der Mächte zu der Schweiz. 137
rücken ließe, den Abt zu unterstützen. Dieses werde sie bewegen,sich gütlich zu verständigen. Durch Partikularbriese von Wiensei die Schweiz unterrichtet worden, daß St. Saphorin dort wieim Haag den Charakter als Abgeordneter der ganzen Nationangenommen habe. Gestern haben sich die Katholiken versam-melt, und sie haben dieses Benehmen von St. Saphorin, den sienicht kennen und nicht kennen wollen, sehr insolent gefunden. ")
Von dieser Zeit an ruhte zwar das Toggenburger Geschäftkeineswegs, sondern man arbeitete in der Schweiz immer aneiner Vermittlung (deren Beschreibung wir den Geschichtschrei-bern des Kantons St. Gallen überlassen), bis der Abt von St.Gallen in der Jahrrechnungstagsatzung von 1710 förmlich er-klärte : Er werde den Kaiser und das deutsche Reich um Hülfeansprechen. Während dieser Zeit war der Graf dü Lüc meistensmit dem Durchmarsch des Generals Mercy und mit den Unter-handlungen des Herrn von St. Saphorin im Haag, wegen desAntheils, den Bern an diesen Unternehmungen nahm, beschäftigt.
Wir benutzen diesen Ruhepunkt zu genauerer Darstellung derVerwickelungen, die in der Politik der großen Mächte von 1710bis 1712 stattfanden, sowie der Politik der Schweiz, um danndie folgenden Ereignisse ohne Unterbrechung zu erzählen.
Der König von Frankreich, Ludwig XIV., blieb dem Systemtreu, das er schon vor der Sendung des Grafen dü Lüc in dieSchweiz angenommen hatte, daß der Gesandte suchen solle, denKanton Bern und seinen Schultheißen Willading zu gewinnen,indem er einsah, daß dieser Kanton nicht nur durch seine eigenenKräfte, sondern auch durch seine Einwirkung auf die andernKantone das Interesse Frankreichs am besten befördern könne.Als es ihm dann gelang, schon 1711 den Frieden mit Englanddem Abschlüsse nahe zu bringen, so mußte er die von England
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