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Zweiter Band.
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Buch II. Kapitel 11

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feu des Grafen, daß der König, anstatt seine Vorschläge zu bil-ligen, vielmehr ihm den Auftrag erneuerte, Bern und den Schult-heiß Willading für Frankreich zu gewinnen. Dieses milderte dieSprache des Ambassadors, hinderte ihn aber nicht, bei allenGelegenheiten seinen Haß gegen die Protestanten, vorzüglich ge-gen Bern und Willading, auch dem Hof einzuflößen, was fol-gende Stellen aus Briefen, die er im Verlauf des Jahres 1709noch schrieb, beweisen. Zwei dieser Briefe waren an den König,die übrigen an den Markis von Torcy und einer an den Kriegs-minister Voisin gerichtet; es zeigt sich dabei deutlich, daß erglaubte, sich gegen den König mit mehr Bescheidenheit äußernzu müssen.

An Torcy berichtete er das Gerücht, daß Bern eine MillionThaler, die überflüssig in seinem Schatz liegen, an England oderHolland anzuleihen suche, a9 ) was vielleicht durch St. Saphorinim Haag unterhandelt werde. Dem König meldet er: Der Oberstvon Erlach (der General) sei zu ihm gekommen, und habe ihmgesagt, in der Schweiz stehen die Sachen auf einem Fuße, daßman nur durch die Waffen dem Streite ein Ende machen könne.Er habe zugleich gesagt, da diese Angelegenheiten nicht mehrdurch die Schweizer selbst behandelt werden können, so wäre eswohl zu wünschen, daß man irgend eine neutrale Macht fände,welche die Vermittlung übernähme; aber er kenne keine, denndie Katholiken betrachten den König als ihren Beschützer, unddie evangelischen Kantone (so nennen sich die Protestanten) ha-ben sich des Schutzes der Mächte versichert, die ihre Religions-genossen sind, und die einen solchen Einfluß auf den Kaiser üben,daß er nur nach ihrem Willen handeln könne. Indessen könneder geringste Umstand die Schweiz in Feuer und Flammen setzen,da den Katholiken, seitdem die Protestanten die Toggenburger

3 '0 Welcher Wechsel der Zustände in 148 Jahren!