Der Ausbruch des Krieges wird von Zürich und Bern begünstigt 153
sich von der Allianz getrennt hätte, wenn der Gedanke, dasSchicksal von Europa hange von dem Ausgange dieses Kriegeöab, ihn nicht noch zurückgehalten hätte. Es konnten daher alleBemühungen des Barons von Thurn und des Peter BlasiusWender, Großkeller von St. Blasien, Geschäftsträger des Abtesvon St. Gallen in Wien, es nur dahin bringen, daß der KaiserJoseph l- einen drohenden Brief an Zürich schrieb.")
Die Berner waren von Allem, was im Haag vorgieng, durchihren Abgeordneten, den General von St. Saphorin, zu wohlunterrichtet, um sich durch diesen Brief schrecken zu lassen. ImGegentheil wollten sie einen Ausbruch bewirken, überzeugt, daßes besser sei, die Sache vor als nach dem Frieden zu beendigen.Die Toggenburger erhielten daher den Wink, mit der Einnahmeder Schlösser nicht länger zu zögern. Wirklich zogen sie den3. Mai aus und besetzten die wehrlosen Schlösser Schwarzenbachund Lütisburg; hingegen ließ die Frau des Obervogts Schorno,als sie die Toggenburger gegen Jberg anrücken sah, währendihr Mann rathlos und unangekleidet im Schlosse herumlief, aufdie Andringenden feuern, wodurch drei Mann blessirt wurden.Dessen ungeachtet drangen die Toggenburger in das Schloß einund führten dann den Obervogt und seine Frau über ihre Lan-desgrenze. Schon den 6. Abends erhielt der französische Am-bassador Bericht von diesem Ereignisse durch einen Erpressen, dender Oberst Reding an ihn sandte und der auf dem Wege auchein Schreiben des spanischen Gesandten Markis Berretti-Landimitnahm. Aus dem, was der Ambassador diesem darüber schrieb,und aus dem Benehmen der Schwyzer können wir auf seineGesinnungen schließen. Er bemerkte dem spanischen Gesandten:Er sei über dieses Ereigniß nicht erstaunt; es stecke etwas Ge-
"9 Vergleiche von Arr III. 423, mit Sammlung Eugen's politischerSchriften. Brief Nro. IM, mit Beilage Nro. XXIII.