KÎ6 Buch II. Kapitel N.
einflußreich. Der Schultheiß Dürler sei alt und kränklich, undes sei zu besorgen, die Feinde Frankreichs könnten in Lucerndie Oberhand gewinnen.
Dann beklagt er es, daß der Landammann Püntiner von Uridie Schwester des Landammanns Schmid geheirathet habe, undmit ihr auch, dessen Leidenschaften, so daß er unter dem Vor-wandc, dem spanischen Gesandten zu zeigen, daß er seine Ge-sinnung nicht geändert habe, die französische Pension nicht mehrhabe annehmen wollen. Er habe Alles angewendet, ihn zurück-zuführen, aber der Landammann sei in seine Frau verliebt; erselbst aber besitze keine Waffen, mit denen er es mit dieser Frauaufnehmen könnte. Diese zwei Landammänncr gehen einen an-dern Weg als die übrigen katholischen Kantone, und sie gebensich alle Mühe, das Kapitulat mit Mailand und den Bund mitSavopen zum Abschlüsse zu bringen. Wenn man auf die Wahldes regierenden Landammanns einwirken wolle, so brauche man1500 Thaler. Der Minister möge nun entscheiden, ob er siegeben wolle.
Den 13. April schrieb er wieder an den Nämlichen, daß dieFeinde Frankreichs ernstlich daran denken, neue Werbungen inder Schweiz zu machen, was allerdings sehr schädlich wäre;aber ohne Geld könne er es nicht verhindern, und da der Königkeines habe, so werde es nicht möglich sein, das Begehren derFeinde durch ein ähnliches Truppenbegehren zu lähmen. DemKönig schrieb er den 15. April, daß die Partei, welche in Berndem Könige entgegen sei, keine Gelegenheit vernachlässige, ihmzu schaden, und jetzt daran arbeite, daß der Krieg wieder dieRichtung gegen die Freigrafschaft Burgund nehme.
Der Herr von Affry von Freiburg sei vor einigen Tagen beiihm gewesen und habe ihn versichert, daß der Kanton Freiburgnichts sehnlicher wünsche, als dem König gefällig zu sein. DerAmbassador habe ihm versprochen, die Pension bald zu bezahlen.