Band 
Zweiter Band.
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168
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168 ' Buch II. Kapitel II.

den Kriegsdienst nicht entbehren, und sie betrachten den franzö-sischen wie vernichtet. Den 27. April meldet er dem König denTod des Kaisers Joseph, ohne irgend eine politische Bemerkungbeizufügen. >9 )

Der Prinz Eugen betrachtete die Folgen des Todes des Kaisersals äußerst traurig. In seinem ersten Gefühle faßte er abermehr den Zustand des österreichischen Staates in's Auge, alsgerade die Folgen des Todes des Kaisers. Ungarn war nochnicht beruhigt. Die Kräfte des Staates waren in Italien, imReiche, in den Niederlanden und in Spanien vertheilt, dieStaatsmittel erschöpft und die Alliirtcn mißmuthig.

Zürich und Bern kannten diese Umstände, besonders die Frie-denskommission. Sie wußten, daß Frankreich und Spanien anGeldmitteln so erschöpft waren, daß ihre Ambassadoren Schuldenmachen mußten, damit sie leben können; eS war ihnen wohlbekannt, daß sowohl der Graf dü Lüc als auch der Graf Traut-mannsdorff persönlich ihre Feinde waren , daß aber der franzö-sische Hof jetzt keine Macht gegen sie gebrauchen könne, undeben so wenig der österreichische, wo immer zwei Parteien wa-ren, die jeden festen Entschluß lähmten; daher konnten sie vonkeiner dieser beiden Mächte Hülfe hoffen , aber eben so wenigdurch ihre Drohungen geschreckt werden. Sie sahen schon langevor, daß Frankreich einen Separatfrieden mit England schließenund derselbe durch den Tod des Kaisers nur werde beschleunigtwerden; aber zugleich sahen sie auch vor, daß, wenn Englandihnen seinen Schutz verleihe, Frankreich nichts Feindseliges gegensie unternehmen dürfe, und eben so wenig Österreich, das genugbeschäftigt werde, wenn es die ganze Last des Krieges allein

">) Bd. VI. S. 120. 123 135. 145.

") Sammlung der politischen Schriften U. s. w. Brief Nro. 210 vom26. April 1711.