Band 
Zweiter Band.
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Folgen des Todes Kaisers Joseph I. 109

tragen müsse. Beide Kantone, besonders aber Bern, suchten da-her, ein enges, freundschaftliches Verhältniß mit den protestan-tischen Staaten, England. Holland und Preußen, zu stiften, unddieß mag auch Bern besonders bewogen haben, im Jahr 1710den Engländern ein Hundert fünfzig tausend Livres Sterlingzu 6% Zins, und im Jahr 1711 den Generalstaaten vierhun-derttausend Thaler zu leihen. 61 )

Obschon der Abt von St. Gallen von seinem Beauftragtenin Wien erfuhr, welche Schritte die protestantischen Stände gegenihn gethan hatten, 62 ) und daß sie die frühern Versprechungendes Kaisers zu vereiteln wußten, so erkannte doch weder er nochsein Hofmeister, noch die katholischen Kantone, daß Frankreichund Österreich nicht in der Lage waren, ihnen zu helfen, undsie waren so verblendet, daß sie den Versprechungen des fran-zösischen und österreichischen Gesandten immer trauten. Dießerklärt am besten die folgenden Ereignisse. Vorher sind abernoch einige Stellen aus einem Schreiben von dü Lüc anzufüh-ren, die seinen Mangel an politischer Einsicht, seinen Leichtsinnund seine Anmaßung beweisen.

Nach dem Tode des Dauphins hatte der Minister de Torcyseinem Ambassador in der Schweiz die Idee mitgetheilt, denBund mit der Schweiz zu erneuern, worüber dieser den 18. Maiihm bemerkte: Seine Gedanken über Erneuerung des Bundes gehenfür jetzt dahin, man solle die Nation mit Schonung behandeln,den bestehenden Bund, was das Innere der Schweiz betreffe,treulich halten, die Truppen richtig bezahlen und die Offizieregenau kennen lernen, um sie nicht nach den Hofintriguen, son-dern nach dem Einflüsse ihrer Familie in der Schweiz zu beför-dern. Dieses seien seine Ansichten, die aber nicht mehr befolgtwerden, ob der Minister oder er sie vortrage.

«’) Eic. V. S. 191 195.

* J ) Von Arx 111. 430.