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Zweiter Band.
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Buch U. Kapitel II.

Was NUN die Aufgabe des Ministers betreffe, so müsse der-jenige, dem das Geschäft anvertraut werde, die Partikularenjedes Kantons schonend behandeln, ohne jedoch Feigheit oderSchwäche zu zeigen; denn wer sich verächtlich mache, habe Allesverloren. Man müsse nicht glauben, daß im Ganzen genommendie Schweizer anderswo das finden würden, was sie in Frank-reich verlieren würden; aber es sei wichtig, daß man sich anihre Stelle versetze, und wenn man dann ein wenig den Vor-sprang gewonnen habe, so werde man gewiß einige Erleichte-rung finden.

Er fragt dann, ob er sich über die Protestanten, vorzüglichüber Bern, wo die herrschende Partei Frankreich verabscheue,frei aussprechen dürfe, und fährt fort: Man sage laut, daß,wenn niemals ein Stoppa gelebt hätte, und wenn alle Ambassa-doren gewesen wären wie er, so hätten sie Holland nie gekannt,und wären desto glücklicher; aber man habe sie gezwungen, einenandern Weg einzuschlagen, von dem sie nicht mehr zurückkehrenkönnen; man müsse mit den Generalstaaten fallen oder sich mitihnen erheben. Dennoch sei die Faktion von Willading im Sin-ken, und sein Kredit sei bei Weitem nicht mehr so groß, als erbei dü Lüc's Ankunft in der Schweiz gewesen. Wäre man Mei-ster über die Zeit, so würde er für die Folgen gutstehen. „Aberwer kann die Zukunft vorhersehen? Wo ist der Arzt, der eine30jährige Krankheit in 24 Stunden heilt?" 6S )

Den 4. Brachmonat versammelte sich die evangelische Tag-satzung, auf welcher Zürich und Bern die andern protestantischenKantone, ohne es ihnen merken zu lassen, in ihre Plane hinein-zuziehen suchten. Sie stellten vor, daß jetzt, während der Erle-digung des Kaiserthrones, ein günstiger Zeitpunkt sei, den Abtvon St. Gallen zum Entscheid zu zwingen, entweder sich als

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