Band 
Zweiter Band.
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Reichsglied oder als Schweizer zu erklären, und die übrigenOrte versprachen, die zwei Vororte hierin kräftigst zu unter-stützen. 64 )

Um diese Zeit zog der Prinz Eugen mit einem Theil derkaiserlichen Truppen aus den Niederlanden an den Rhein, dieKaiserwahl zu sichern, welche Ludwig, obschon er dem Scheinnach den Kurfürsten von Baiern unterstützte, unter der Handaus den Erzherzog Karl zu lenken suchte, da seine Unterhändlerin England bemerkt hatten, daß diese Wahl den Frieden mitFrankreich am meisten befördern werde. Da nun Frankreich aucheine beträchtliche Macht an den Rhein sandte, so wurde es noth-wendig, eine österreichische Armee entgegenzustellen. Die Auf-stellung dieser beiden Armeen hätte erfordert, daß die SchweizMaßregeln zu Sicherung ihrer Neutralität ergreife, und dießwurde auch auf der Tagsatzung, die in Baden den 5. Heumonatbegann, vorgeschlagen. Man fieng damit an, sich bei dem fran-zösischen Ambassador zu beklagen, daß er in Solothurn einenneuenburgischen Hauptmann, Namens Renault, hatte aufhebenund nach Frankreich führen lassen; zugleich begehrte man Zu-si'cherung der Neutralität. Hierauf erwiederte derselbe: „Es seinicht nöthig, daß die löbliche Eidgenossenschaft um Zusicherungder Neutralität ansuche; sie könne selbst sich Sicherheit verschaf-fen, wenn sie nur ihre Grenzen gut bewache. Die französischenTruppen, welche bei Hüningen stehen, werden die Schweiz nichtangreifen, sondern vielmehr, falls das Schweizergebiet wiederverletzt würde, auf Verlangen der Eidgenossen zu ihnen stoßenund ihr Land vertheidigen helfen." Diese Sprache des Ambassa-dors, welche die eidgenössischen Stände hätte vereinigen sollen,bewirkte gerade das Gegentheil, weil die dafür bezahlten An-hänger Frankreichs die Trennung der Gemüther beförderten.

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