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Zweiter Band.
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Buch II. Kapitel II.

Die katholischen Orte begehrten, daß, ehe man an Besetzung derGrenzen denke, vorerst das Toggenburg in seinen vorigen Zu-stand gesetzt werde. Sämmtliche Neformirte dagegen, und mitbesonderer Lebhaftigkeit beide Nohden des Kantons Appenzell,forderten die Zernichtung des abt st. gallischen Bundes mit demKaiser, und drohten, auf den Tagsatzungen nicht mehr nebendem Abte oder seinem Gesandten zu sitzen. Schwyz und Glarusaber begehrten die Zernichtung des Schirmbriefes, durch welchenZürich und Bern die Toggenburger ihres Schutzes versicherten.Beide Parteien begehrten, daß die Mediation fortgesetzt werde,und beide behaupteten, sie begehren, daß Niemanden etwas ge-geben oder genommen werde; aber man bemerkte leicht, daßunter diesen gleichlautenden Worten sehr von einander abwei-chende Gesinnungen verborgen lagen. In diesem Unfriedentrennte man sich, ohne irgend ein Resultat erzweckt zu haben.In der darauf folgenden katholischen Konferenz gieng es lautund heftig zu. Nachdem der Gesandte des Abtes von St. Gallenalle seine Klagen vorgebracht hatte, ermähnte Lucern zur Ein-tracht und klagte darüber, daß Zürich und Bern aller Ortenden Meister spielen wollen. Schwyz, am meisten Frankreich er-geben, war am heftigsten; es erklärte, daß es den Krieg begin-nen wolle, und ermähnte die übrigen, ihm Hülfe zu leisten undeinen Kriegsrath aufzustellen. Lucern zeigte sich weniger raschund hitzig, ergriff aber alle Maßregeln, die nöthig schienen, umzum Krieg bereit zu sein. ")

Die evangelischen Stände hielten noch eine Separatkonferenz,in welcher sie beschlossen: Da die katholischen Stände zu einerVermittlung nur unter dem Beding stimmen wollen, daß manzum Voraus die bekannten Aktenstücke bestätige, so soll man so

»0 Helvetia IU. 37 und f. Meier von Knonau II. 163. von Arr I». 436 und f.Bd. XI. S. 162. Bd. XXVII. S. 362 und f.