Band 
Zweiter Band.
Seite
175
JPEG-Download
 

/

Fortsetzung der Rapporte über die Tagsatzung. I7S

fangennehmung des Hauptmanns Renaut eine bestimmte Ant-wort zu begehren. 68 3

Bern habe mit vieler Heftigkeit gesagt, daß Renaut ursprüng-lich von Ncuenburg und daher ein Mitbürger von Bern sei,und daß seine Obern ihm Schutz schuldig seien. Da Willadingaufbrausend sei, so habe er einen Mischmasch vom König vonPreußen, vom Kaiser und den Alliirten gemacht, der nicht gefiel.

Lucern äußerte: Der Gesandte sei instruirt, Genugthuung zubegehren, aber man müsse nach dem Datum der Ereignisse gehen;er sehe noch nicht ein, an wen man sich wenden könnte, umwegen der Klagen, die man gegen das Reich und das HausÖsterreich habe, Genugthuung zu erhalten.

Die andern Kantone beklagten sich laut darüber, daß manwieder wegen Renaut mit dem Ambassador sprechen wolle, wäh-rend er bestimmt erklärt habe, daß Se. Majestät bereit sei, ihnfrei zu lassen, sobald man wegen des Durchmarsches von Mercpund wegen der Ermordung von Kemps 69 ) Genugthuung ge-geben habe. Dü Luc fügt dann bei: Er müsse dem Deputirtcnvon Uri, genannt Schmid, der in Diensten des Herzogs vonSavopen stehe, Gerechtigkeit widerfahren lassen; denn, obschoner unter die Schlechtgesinnten gehöre, habe er dennoch mit sovieler Kraft in diesem Sinne gesprochen, als der Ambassadorselbst es nur hätte thun können.

Der Landammann Schorno von Schwyz habe kein Maß be-obachtet und sei in Wortwechsel mit Willading gerathen. Man

<>«) Dieser Renaut war von dü Site beschuldigt, eines der Häupter der Fak-tion zu sein, welche die Freigrafschaft in die Hände der Österreicherliefern wollte. Im Mai 1710, als Renaut in Solothurn übernachtete,ward er mit Konnivenz der Solothurner Regierung von dü Lüc aufge-hoben und nach Landskron gebracht. Bd. VI. S. 46.

4 ’) Kemps war ein Baseler in franzöfischen Kriegsdiensten, der, wie schongemeldet, von österreichischen Sotdaten auf Baselergebiet erschoffen wurde.