Berathung über eine Gesandtschaft nach Frankfurt. 183
schäft gegen den Grafen von Trautmannsdorff und den BaronGreuth beobachtet worden sei. Man müsse ferner besorgen, wennauch Preußen und andere der Eidgenossenschaft gewogene Ständesich des Geschäfts annehmen, so würden doch die Meisten, denMangel an Instruktion vorschützend, sich der Sache entschlagen.
Der Kaiser habe nie etwas dagegen eingewendet, daß dieSchweizer sich unter einander selbst verständigen; deßwegen habeman sich auch nie in die Frage verwickeln wollen, ob das Tog-gcnburg nur als ein feudum honorarinm zu betrachten sei, undzwar um so weniger, da der Abt von St. Gallen, bei der Sen-dung des Herrn Bürgermeisters Wettstein nach Münster, wederseinen Namen dazu habe hergeben, noch die Unkosten tragenhelfen wollen, sondern stets in allen Bündnissen mit Frankreichund Mailand, sowie in den Landrechten mit dem Toggenburg,den Kaiser und das Reich auf eine gefährliche Art vorbehaltenhabe. Zürich glaube, es möchte besser sein, durch eine klare Ent-wickelung der Sache den preußischen Gesandten von Dohna inden Stand zu setzen, das eidgenössische Interesse zu besorgen. ")Wahrscheinlich wird dieses erfolgt sein, aber Gewisses haben wirhierüber nichts finden können, da die Protokolle der geheimenRäthe aller Kantone sehr unvollständig sind.
Die Art von Stille, welche in den Intriguen des Ambaffadorsin der zweiten Hälfte dieses Jahres eintrat, wird durch einSchreiben des Generals von St. Saphorin erklärt, das er am18 . Heumonat aus dem Haag an den Grafen Stahremberg,Präsidenten der Finanzkammer in Wien, erließ, und worin ersagt: Seitdem der neue Dauphin'"') an der Spitze der Geschäfte
”) Exc. V. S. 233.
,8 J Der Sohn Ludwig's XIV., sein Thronerbe, starb den 14. April 1711.(Art. d. V. 1. d. Tom. VI. 329.) Im Jahr 1682 hatte dessen Gattin,eine Prinzessin von Baiern, einen Sohn, Ludwig, geboren, welcher denNamen eines Herzogs von Burgund trug, so lange sein Vater lebte.