Band 
Zweiter Band.
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186 Buch 11. Kapitel 11.

den. Es sei jedoch nöthig, daß vorher der Frieden geschlossenwerde; dann aber müsse der Minister vorerst ihn anhören undseine Gründe vernehmen, die ihn wohl überzeugen werden.

So lange die Protestanten in ihrer jetzigen Stellung bleiben,werde er nie zu einem allgemeinen Bunde stimmen; denn siewürden Schwierigkeiten ohne Ende machen, und ihre Freund-schaft zu theuer verkaufen wollen.

Man müsse damit anfangen, sie in ihre alten Grenzen einzu-engen ; dann werden sie die Ersten sein, Frankreich aufzusuchen.Dieses sei seine Meinung, die er aber immer derjenigen desKönigs und des Ministers unterwerfen werde. 80 )

Diese veränderte Sprache des Ambassadors war die erstesichtbare Wirkung der wichtigen politischen Ereignisse, die imLaufe des Jahres 1711 und im Anfang von 1712 stattfanden,und auf beide Parteien in der Schweiz so einwirkten, daß derKrieg zwischen ihnen ausbrach. Es ist daher nöthig, einen Blickauf diese allgemeinen europäischen Ereignisse zu werfen.

Der Erzherzog Karl von Österreich reiste 1704- in seinem19. Altersjahre nach Portugal, um von dort aus Besitz von demspanischen Thron zu nehmen. Nachdem beide Gegner, Karl undPhilipp, einige Jahre mit wechselndem Glücke gekämpft hatten,gelang es endlich dem Erstern, im Jahr 1710 in Madrid ein-zurücken, sich dort unter dem Namen Karl 111. als König vonSpanien ausrufen zu lassen und die französische Regierung auf-zulösen. Aber schon den 11. Wintermonat mußte er mit seinerArmee Madrid wieder verlassen und sich, um nicht in die Händeder Franzosen zu fallen, in Eilmärschen mit einer Bedeckung von2000 Mann nach Barcelona zurückziehen, wo er den 15. Christ-monat eintraf. Seine Armee war auf 7000 Mann geschmolzen,und im Jahr 1711 blieben beide Armeen ohne wichtige Untcr-

*") Bd. vil. S. 57.