194 Buch 11, Kapitel II,
immer an der Wahrheit festhält, machen, daß ich von ganzemHerzen wünsche, daß der Erzherzog, sein Herr, sich niemals an-derer Männer als von seinem Charakter bediene; ja ich wünschteselbst, daß alle Feinde des Königs sein Beispiel befolgten."
Zu derselben Zeit, den 12. Februar 1712, schilderte dü Lücdem Märkis von Torcy die Gesinnungen der Kantone folgender-maßen :
Bern ist offener Feind von Frankreich; es fürchtet keinen an-dern Feind als den König, theils wegen der Nähe, theils weilder Kanton keine Gelegenheit unbenutzt vorbeigehen ließ, Se.Majestät zu beleidigen.
Die Zürcher begreifen, daß sie sich nur vor dem Kaiser unddem Reich zu fürchten haben wegen der Nachbarschaft und wegenwohl oder schlecht begründeter Ansprachen derselben. Man siehtin Frankreich die einzige Macht, die diesen Kanton sicher stellenkann; aber die Stadt Zürich besteht nur durch ihren Handel,und diesen muß sie ganz jenseits des Rheins suchen, wegen einerMenge von kleinlichen Veranlassungen, die man ihr gegebenhat, und deren Herzählung hier zu lang wäre. Der König undsein Rath müssen Nutzen und Schaden gegen einander abwägen.Wegen eines kleinen Vortheils für den Augenblick verdirbt manoft seine Angelegenheiten und hat dann später Verdruß davon.
Basel und Schaffhausen sind nicht stark genug, um aus sich selbstzu handeln; sie sind gezwungen, mit geschlossenen Augen dahinzu gehen, wo Bern sie hinführen will.
Es bleiben die sieben katholischen Kantone übrig, die wedergut noch schlecht sind. Man soll ihm, fährt er fort, das Mai-ländische geben, und wenn er dann nicht fünf dieser Kantonebeherrsche, wolle er seine Oberherrschaft verlieren; ihre Lage,ihr Handel und ihre Bedürfnisse an Lebensmitteln seien ihm
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