Schilderung der Kantone von du Luc. 195
Bürge dafür. Man könne nur auf Freiburg und Solothurnrechnen. Letzteres sei aber klein und schwach; auch Freiburg seiwenig besser, es habe nur etwas Schein (de la crème fouettée),aber nichts Solides. Wenn man die Freiburger höre, so sollteman glauben, in ihrem höchsten Senate entscheide sich das Schick-sal der Menschheit, und wenn man dann genau untersuche, sosei Alles so klein, daß er in ihrem Senat nicht zwei Männerzu finden wüßte, die man zu den vernünftigen Thieren zählendürfte. 8S )
Zu dieser Zeit, wo die Wunde wegen des Todes der Kinderaus dem königlichen Hause noch ganz frisch blutete, war derBriefwechsel zwischen dem König und dem Gesandten weder sohäufig noch so inhaltreich wie früher. Dem Markis von Torcygab er dagegen Kunde, daß eine katholische Konferenz zu Lucernund eine protestantische zu Aarau werden gehalten werden. Nachseinem Schreiben vom 9. März erwartete er, von der crsternnur Gutes zu vernehmen; hingegen mache ihm die in Aaraumehr Sorge, weil er dort Niemanden habe (der ihm Alles be-richte und nach seinem Willen stimme), und weil ihm die Hef-tigkeit des Schultheißen Willading bekannt sei. Indessen könneman doch Frankreich nicht so viel schaden, daß man nicht wiederAlles ins Geleise bringen könnte, wenn man einmal freie Handhabe und glücklicher sein werde. 89 )
Wirklich hatten sich beide Parteien in besondern Konferenzenversammelt, und die Evangelischen zu Aarau beschlossen, eineallgemeine Tagsatzung zu befummeln, in welcher man sich gemein-schaftlich über die Mittel berathen sollte, um die Einschließungder Schweiz in den Utrechterfrieden zu bewirken.
»») Bd. \!1. S. 128.A. a. O. S. 166.