Band 
Zweiter Band.
Seite
196
JPEG-Download
 

Buch 11. Kapitel il.

196

In der katholischen Konferenz zu Sucent, welche den 7, März1712 begann, erschien der Abgeordnete des Abtes von St. Gal-len und beklagte sich darüber, daß die protestantischen Kantoneauf der letzten Tagsatzung begehrt haben, der Abt solle seinenBund mit dem Kaiser aufgeben, und daß sie ihm, bis diesesgeschehe, den Beisitz bei der Tagsatzung nicht mehr gestattenwollen. Er verlangte deßwegen, daß die katholischen Kantoneihn schützen. Da Niemand hierüber instruirt war, so konnte keinanderer Beschluß darüber gefaßt werden, als daß man auf dienächste Tagsatzung instruire» werde; indessen zeigten die Abge-ordneten guten Willen zu seinen Gunsten.

Wegen des Einschlusses der Schweiz in den Utrechterfriedenwendeten sie sich an den Grafen dü Lüc, mit der Bitte, daß ersich für sie verwende unter Beachtung folgender Bedingnissc:

1) Daß die katholischen Kantone, sowie die ganze Eidgenossen-schaft, in den Frieden einfach, wie in ältern Instrumenten,einverleibt werden;

2) wenn die protestantischen Orte den Einschluß begehrten mitdem Beisatz: in dem Stand, wie sie sich dermalenbefinden, oder etwas Ähnliches, daß solches nicht bewil-ligt werde;

3) daß keine Bedingung aufgenommen werde wegen Land undLeuten in der Schweiz, wodurch der Auöspruch des eidge-nössischen Rechtes gefährdet würde. 90 )

Der Ambassador antwortete den katholischen Ständen den2«. März: „Nachdem ich die zwei Briefe, welche die HerrenDeputirten der löblichen katholischen Kantone mir den 10. diesesMonats schrieben, empfangen und den Bericht des Herrn laMartiniere vernommen hatte, gab ich mir die Ehre, an den Kö-nig zu schreiben und ihn zu bitten, daß er geruhen möchte, seine

w) Bd. X. S. 166—168.