Über die Aufnahme der Schweiz in den Utrcchter Frieden. 197
Herren Bevollmächtigten in Utrecht über alle Interessen der katholischcn Schweizer zu instruiren. Ich kann Ihnen, großmächtige Her-ren, zum Voraus dafür gut stehen, daß Sie das Zutrauen, welchesSie Sr. Majestät beweisen, nicht bereuen werden; aber da ichvernehme, daß die löblichen protestantischen Kantone in AarauBeschlüsse für das allgemeine Beste gefaßt haben, und da, nachmeiner Meinung, die gute Harmonie sehr wünschbar ist, so er-warte ich, daß Sie nach Ihrer gewohnten Klugheit allen Vor-wand einer Trennung vermeiden werden, die unzweifelhaft statt-fände, wenn Sie nach erhaltener Einladung die Theilnahme ander Versammlung abschlagen würden."
»Ich gebe gerne zu, daß die Jahreszeit sehr rauh und dieUnkosten der Tagsatzungen sehr groß sind; aber es giebt Um-stände, die nicht gestatten, dieß zu berücksichtigen. Da Sie nurGerechtigkeit und die Ruhe der Nation wollen, so werden Sieden Vortheil haben, die Andern, wenn sie nicht auch so dächten,in den Nachtheil zu versetzen, und wenn Sie deren Absichtenentdecken, so wird es Ihnen um so viel leichter sein, sich vordem Schaden zu sichern, den sie Ihnen zufügen möchten."
„Was ich Ihnen da sage, hochmächtige Herren, beweist ge-nugsam, welchen Antheil ich an Ihrem Wohlergehen nehme;daher schmeichle ich mir, daß dieser Brief denen nicht werdemitgetheilt werden, welche, während sie die Religion und dasInteresse der Republik vergessen, nur ihrer Leidenschaft huldigen,die Berichte, die Sie empfangen, veröffentlichen, und dadurchdem, der sie Ihnen giebt, zu schaden suchen." 91 )
Dem König übersandte der Ambassador den Bericht über dieLucerner Konferenz mit der Bemerkung, Bern wünsche eigeneAbgeordnete in Utrecht zu haben, und in diesem Falle würdendie Katholiken auch welche hinschicken; da sie aber dem Könige
’>) Bd. IV. S. 302.