Der Ambaffador schreibt wieder von seinem Lieblingsprojekt. 217
Herzog von Savoyen nach ihrem Wunsche ausfallen, für denKönig von einigem Nutzen sein, wenn er dem Herzog denBesitz des Wadtlandes versprechen würde. Zwar scheine dieserVorschlag im ersten Augenblicke für Frankreich nicht vortheilhaft,weil ein solcher Nachbar nicht wünschbar sei, „aber wenn ein„Körper an mehren Krankheiten gleichzeitig leidet, so heilet der„kluge Arzt zuerst diejenige, welche die größte Eile erfordert."Er gebe zu, daß ein solcher Nachbar nicht wünschbar sei, abernoch schädlicher wäre es, zu dulden, daß die schweizerische Re-publik nur aus Zürich und Bern bestehe; dieß aber werde er-folgen, wenn Gott und der König es nicht hindern. Mankönnte also jetzt den Herzog von Savoyen begünstigen, um dieSchweiz zu retten; in der Folge würden sich schon Umständeergeben, wo man die ganze Schweiz mit dem beschenken könnte,was Bern verloren hätte.
Nichts wäre leichter, als sich des Wadtlandes zu bemäch-tigen, da die besten Truppen Berns jetzt im Kanton Zürichstehen. Lucern, Freiburg, Solothurn, der Bischof von Baselund Wallis würden über 50,000 Mann stellen, um die Berneran der Vertheidigung ihres Landes zu hindern; die demokrati-schen Kantone würden ihnen folgen, und so müßten alle Berech-nungen trügen, oder Diejenigen, welche das Gesetz geben woll-ten, müßten sich ihm selbst unterwerfen.
Er sei nicht der Meinung, daß man etwas thue, um dieBerner in ihren Kanton zurückzurufen; sie würden zwar ihreProjekte gegen die Katholiken aufgeben, aber die Rachsuchtwürde bleiben, und die Andern würden die empfangene Gnadebald wieder vergessen; daher scheine am besten, entweder derSache ihren Lauf zu lassen, geschehe auch, was da wolle, oderdiese gute Gelegenheit zu benutzen, um sie zu erdrücken und sich