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Zweiter Band.
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Buch 11. Kapitel U.

Es ist schon bemerkt worden, daß man zu Bern die Ein-nahme des ThurgaueS durch die Zürcher nicht billigte, wasleicht Stoff zu Entzweiung unter diesen Kantonen hätte gebenkönnen. Indessen rechtfertigten die bernischen Repräsentantenin Zürich, unter denen der Schultheiß Willading war, die zür-cherische Regierung durch ein Schreiben vom 4. Mai, worinsie sagen, daß die Zürcher sich des Thurgaues haben bemäch-tigen müssen, weil die katholischen Thurgauer dem Abte zuge-zogen seien und seinen Truppen Lebensmittel zugeführt haben.Die äbtischen Truppen haben einige Dörfer im Thurgau ge-plündert, den Pfarrer von Affeltrangen aus dem Hause gejagtund ihm ein Joch Ochsen und zwei Pferde weggeführt, ohnedaß er Genugthuung erhalten konnte. Es haben auch die ka-tholischen Thurgauer die reformirten so sehr geplagt, daß diesewehmüthig um Beistand und Hülfe gebeten haben. Die Klösterhaben dem Abte allen Vorschub gethan und ihm Proviant zu-geführt; dessen ungeachtet haben die Zürcher kein anderes Klo-ster als Rheinau besetzt, weil es einer der wichtigsten Pässe sei.Den Klostergeistlichen werde aber durchaus kein Übel zugefügt,noch ihre Religionsübungen gestört. Noch mehr seien sie zudieser Besitznahme gezwungen worden, als sie vernahmen, daßdie Katholiken Baden, Bremgarten, Mellingen und Kaiserstuhleingenommen haben, wodurch die Besorgniß erweckt wurde, siemöchten auch den Thurgau besetzen, sie ganz umzingeln undvon aller Kommunikation abschneiden. Der Eid, den die Zürcherden Thurgauern auferlegt haben, sei durchaus nicht in der Ab-sicht geschehen, daß sie dadurch Jemandem an seinen Rechtenschaden wollen, sondern einzig, damit die Katholiken nicht mehrdem Abt zulaufen und ihn verstärken. Sie seien so weit davonentfernt, daß sie vielmehr den Bernern antragen, nach ihremVermögen beizutragen, daß Bern der achte mitregierende Ortwerde.