Bericht der Berner Repräsentanten in Zürich. 223
Wegen Baden habe Zürich gern sich dem Willen von Berngefügt, den Leuten keinen Eid aufzulegen, sondern nur das Ge-lübde abzunehmen, und weil noch keine Geißeln auögehobenseien, so werden sie nun auch keine ausheben. Man sei auchmit den Zürchern einverstanden, daß die Garnison von Kling-nau von ihnen, die in Kaiserstuhl aber von den Bernern ver-proviantirt und darüber Rechnung gehalten werde.
Dem Herrn Kanzler Püntiner sei ein Paß geschickt worden,damit er sicher nach Baden reisen könne, wohin Zürich dieHerren Bürgermeister Escher und Statthalter Ulrich, Lucernaber die Herren Schultheiß Schweizer und Oberst Fleckensteinabordne. Die Offiziere im Felde haben Erlaubniß begehrt,Wyl anzugreifen; aber sowohl die zürcher als auch die berni-schcn Repräsentanten seien der Meinung, da man setzt Friedens-unterhandlungen beginne, so solle man die Landschaft des Abtesnicht angreifen, hingegen die bei Lommis stehenden Truppenverstärken, damit man bereit sei, Wyl mit Kraft anzugreifen,wenn die Unterhandlungen sich zerschlügen.
Den 2. Mai beklagte sich der Bischof von Konstanz bei Lu-cern darüber, daß die katholischen Stände Klingnau und Kaiser-stuhl besetzt haben, da sie dadurch den protestantischen StändenAnlaß gaben, sie nun ihrerseits zu besetzen.
Die Gesandten von Zürich und Bern, welche, wie schon ge-sagt, instruirt waren, nicht nach Baden, sondern nach Zurzachzu gehen, gaben schon den 2. Mai den sogenannten unpar-teiischen Orten Glarus, Basel, Freiburg, Solothurn, Schaff-hausen, Appenzell beider Rohden, Stadt St. Gallen, Mühl-Hausen und Viel Nachricht von ihrer Ankunft und daß sie nichtnach Baden kommen werden, bis Stadt und Schloß nebst
»«) Bd. VIII. S. 462.>--) Eic. V. S. 237.
Zellw. Gesch. I. 2.
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