Uiiterhandlun.qen in Königsfelden. 24t
freiheiten zu entziehen und das toggenburgische ReichSlehen zuschützen.
Nachdem die Gesandten von Zürich und Bern den 6. Mai1712 Morgens in Königsfelden angelangt waren, erschienendaselbst schon Nachmittags die Herren Landammann Zwicki vonGlarus, Deputat Burkhardt von Basel, Rathsherr von derWeid von Freiburg und Seckelmeister Glutz von Solothurn.Sie stellten vor, in wie großer Gefahr man schwebe, fernerdie Ungeduld der katholischen Stände, welche sie leicht zu einemweit aussehenden Entschlüsse führen könnte, weil, wie Herr vonder Weid sich äußerte, man wohl sehe, daß es die Ehre, dasLeben, das Gut und die Religion betreffe; daher könne ohneeine Zusammenkunft nichts abgeschlossen werden. Wenn manalso im Ernste sich vergleichen, jedoch nicht in die Stadt Badenkommen wolle, so fragen sie, ob es nicht beliebig wäre, sichin den Bädern zu versammeln und in dem Schützenhause dieSitzungen zu halten; dabei müßte man aber zum Voraus ver-sprechen, aus beiden Seiten zu entwaffnen und nichts Feind-seliges vorzunehmen. Allein die zwei Städte schlugen dieß so-gleich ab, mit dem Verdeuten, daß man wohl sehe, es sei denkatholischen Kantonen noch nicht Ernst mit dem Frieden, sondernsie wollen die Sache nur verschieben. Sie erwarten also bismorgen eine bestimmte Antwort, ob die katholischen KantoneBaden räumen, oder in Zurzach oder Brugg zusammen kommenwollen. Während nun die Gesandten der Städte auf eineAntwort warteten/ langte den 7. Mittags der Graf dü Lüc inKönigsfelden an. Bei seiner Frage: warum man nicht nachBaden komme und warum man die Waffen ergriffen habe,antworteten die Gesandten der zwei Städte: Sie gehen nichtnach Baden, weil dort eine Garnison liege, und die Waffen
Meister'S Haupiscenen der helvetischen Geschichte. Bd. ». S. 378.