Band 
Zweiter Band.
Seite
232
JPEG-Download
 

Buch ». Kapitel II.

haben sie ergriffen, um die bedrängten Toggenburger zu schützen.Hierauf fragte der Ambassador nochmals, ob man denn auskeinem andern Grunde, als wegen des Toggenburgs, dieWaffen ergriffen habe, und als dieses mit Nein erwiedertwurde, so sagte er: „Dieses sei für ihn erfreulich, weil diekatholischen Stände in dem Wahn gestanden, man wolle siegänzlich unterjochen; deßwegen haben sie an eint und andermOrt gefährliche Unterhandlungen angesponnen, bei dem Herzogvon Österreich und Andern, Alles in der Absicht, daß sie, wennsie doch zu Grunde gehen müssen, beide Städte mitschleppenkönnen, weßwegen auch sein König die Grenzen werde ver-wahren lassen. Er ersuche die Herren Eidgenossen, deßwegenkein Mißtrauen zu fassen. Es sei indessen nichts leichter, alsdas Toggenburger Geschäft auszumachen, wozu er gern mit-wirken wolle, nicht in der Absicht, sich in die eidgenössischenGeschäfte zu mischen, sondern nur um die Ruhe herzustellen,welche dem Könige mehr als einigen Kantonen am Herzenliege." In der Erwiederung dankten die Ehrengesandten fürdie guten Gesinnungen des Herrn Ambassadors und baten ihnum deren Fortsetzung; sie hoffen jedoch, daß sich, wenn manüber die Mallftatt einig werde, das Übrige auch noch gebenwerde. In der fernern Unterredung that der Ambassador aucheinen Anwurf wegen der Entwaffnung, die aber abgeschlagenwurde. Dann verabschiedete er sich mit dem freundlichen Ver-sprechen, sein Möglichstes zur Beruhigung beizutragen. BeideGesandtschaften berichteten nun Alles ihren Obrigkeiten; indessenerhielt die Gesandtschaft von Zürich die Weisung, „wenn es jezu Unterhandlungen kommen sollte, so sollen sie alles Projektirenausmeiden, weil sonst beide Stände zur Partei könnten gestem- «pelt werden." Die Gesandten beider Orte vereinigten sich dann,sich einstweilen in nichts einzulassen, als in die Bestimmungder Dingstatt. Dabei eröffnete Bern seine Meinung dahin.