Buch 11. Kapitel II.
23«
Um diese Zeit geben sich beide Nohden von Appenzell dasVersprechen, gleich wie Glarus in diesem Kriege neutral zubleiben, sich aber gegenseitige Hülfe zu leisten, wenn sie solltenangegriffen werden.'")
Während man nun auf die Antwort der Gesandten von Zü-rich und Bern wartete, erhielten die Gesandten von Lucern vonihrer Obrigkeit den 28. Mai den Bericht, daß die Brigade vonMuri sich nach dem Treffen bei Bremgarten an der Sinser-brücke aufstellen und die weitem Befehle abwarten sollte; seit-her aber habe sich das Gerücht verbreitet, daß gestern Abenddie meisten Offiziere und in der Nacht die Stadtfahne in Rothangelangt seien; die ihnen noch gebliebene Artillerie aber seiwirklich in der Stadt angekommen. Später haben sie sogarvernommen, daß die ganze Brigade sich aufgelöst habe undauseinander gelaufen sei.
Sie erwarten nun, daß die Berner gegen Lucern vorrückenwerden, und da die Herren Gesandten selbst sehen werden, daßsie in Gefahr stehen, Alles zu verlieren, so sollen sie doch trach-test, den Frieden zu schließen.
Übrigens ergreifen sie alle möglichen Maßregeln, die Ver-theidigung zu organisiren. '")
Der Nuntius Caraccioli suchte dann durch ein Schreiben vom29. Mai dem Rath von Lucern Muth einzuflößen. Der spa-nische Gesandte, Beretti,-Landi, aber glaubte gar an Verrath,tröstete sich jedoch damit, daß er sich selbst von dem Wunderüberzeugt habe, daß die Lucerner Soldaten schußfrei seien.'")
Der Graf dü Lüc erwartete täglich Verhaltungsbesehle von
---) Bv. X. S. 386.
Bd. X. S. 24.
> 5S ) Beilage Nro. XXIX. XXX.