Band 
Zweiter Band.
Seite
284
JPEG-Download
 

284

Buch II. Kapitel II.

enthalten habe, den Sieg zu benutzen, so wie auch dadurch,daß sie sich anerboten haben, von den eroberten Landen etwaszurückzugeben. Von den freundschaftlichen Gesinnungen der ka-tholischen Orte habe man aber noch keine Beweise erhalten, dasie noch keine Antwort auf die gemachten Erklärungen gegebenhaben. Sie erwarten solche unfehlbar heute noch.

Abends kamen Landammann Zwicki und Deputat Burkhardtganz allein mit dem Berichte, daß die 5 Orte zwar bereit seien,sich in Unterhandlungen einzulassen, daß es ihnen aber schwerfalle, von ihren Rechten etwas nachzugeben und sich dadurchgleichsam schuldig zu erklären; sie wollen übrigens gern bei-tragen, was zum Frieden dienen könne. Da die unintcressirtenOrte aber wohl einsahen, daß diese Antwort den beiden Städtenkeineswegs genügen könne, so haben die Gesandten der uninter-essirten katholischen Kantone übernommen, ihre Religionsge-nossen zu einer deutlichern Erklärung zu bewegen, die sie denzwei Städten morgen mittheilen werden. Diese aber äußertenihren Unwillen darüber, daß man sie so aufziehen wolle, undgaben zu verstehen, daß es schlimme Folgen haben könnte,wenn man so fortfahren würde; doch um ihre Geduld an denTag zu legen, wollen sie noch die Antwort abwarten, die ihnenmorgen zu Theil werden solle.

Die folgenden Tage versammelten sich beide Parteien ausdem Rathhaus in zwei verschiedenen Zimmern, und da diekatholischen Orte nun versprachen, sich über die vier vorgeschla-genen Artikel in Berathung einzulassen, dabei aber wünschten,daß sie ihnen schriftlich übergeben würden, so willigten die pro-testantischen Städte ein und übergaben ihre Forderungen. 175 )

Damals theilten auch die Gesandten der unparteiischen Ortedie Klage des französischen Ambassadors mit, daß in Lugano

Beil. Rro. XXXIII.