Band 
Zweiter Band.
Seite
295
JPEG-Download
 

ES brechen Unruhe» in den demokratischen Kantonen aus. 2!I>1

Während dieser Unterhandlungen zu Aarau waren Ereignisseeingetreten, wodurch die Lage der Dinge immer gefährlicherwurde. Die folgenden Berichte geben ein getreues Bild der-selben.

Den 24. Brachmonat berichteten die lucernischcn Gesandtenan ihre Regierung, daß zwei Kapuziner mit sechs Füsiliers denSchaffner von Truvb verleitet haben, auf Luccrnergebict zukommen, wo sie ihn gezwungen, niedcrzukniccn, daö BaterUnser und Avc Maria zu beten. Darauf habe die Regierungvon Bern befohlen, sich deßwegen zu rächen, wo cö auchwäre.

Den 26. desselben Monats berichten die Nämliche», weil derGesandte deS Abtes von St. Gallen in keine Friedcnsunter-handlungen eintreten wolle, so begehren Zürich und Bern, daßLucern und Uri eine Erklärung ausstellen, daß sie weder demToggenburg noch der alten Landschaft wollen Schutz angcdeihcnlassen. Da sie aber glauben, der Papst und der Kaiser könntensich durch einen solchem Schritt beleidigt finden, und sie nochauf Hülfe vom Kaiser hoffen, so werden sie ihre Antwort ver-schieben.

Den 28. Brachmonat schreibt die Obrigkeit von Lucern denGesandten in Antwort auf ihr Schreiben vom 26., es scheine,daß mit der Verzögerung des Friedensabschlusses die Konfusionin den Ständen immer zunehme. Sobald die von den Katho-liken in Aarau gemachten Borschläge durch die Relationen be-kannt geworden, seien Leute von Untcrwalden nach Zug, vondort nach Schwyz, hierauf nach Uri und heute nach Lucern ge-kommen, welche tumultuarische Versammlungen gehalten haben,worin beschlossen worden, nicht nachzugeben und von den ge-meinen Herrschaften nichts abzutreten; sie wollen sich daher zu-

»') Kit. Bd. V. <S. 2H7.