Schreiben der Gesandten von Lucern an ihre Obrigkeit.
297
mit ihnen den 2 Städten die bekannte Antwort zu übergeben,daß sie ihnen vorgestellt, die Ratifikation sei ja ihren Obrig-keiten vorbehalten, sie haben dann den Frieden und den Kriegneben einander und können auswählen, was sie lieber wollen.Bei einer solchen Vorsicht werde, so Gott will, doch Niemandfür seine Person etwas zu besorgen haben.
Sie haben die erhaltene Nachricht einstweilen ganz geheimgehalten und die bewußte Schrift sei den 2 Orten übergebenworden, was Se. Exzellenz auch gebilligt habe, die ihnen an-rathc, einstweilen den Frieden auf jede Art zu schließen. Die-selbe habe heute Bericht erhalten, daß der Frieden mit England,Portugal und Preußen wirklich abgeschlossen sei und derjenigemit den andern Mächten bald nachfolgen werde; dann werde sieder König mit Volk und Geld kräftig unterstützen. Sie müssenaber dann ihre Truppen mit den königlichen vereinigen, umdas Verlorene nebst Anderm wieder zu erlangen. Sie zweifelnnicht, das Nämliche werde Andern auch schon gesagt wordensein. Es möge aber in der Zukunft geschehen, was da wolle,so müsse jetzt geholfen werden, und das könne nur durch einenFrieden geschehen, sei er gut oder böse. Dann beklagen sich dieGesandten über die Unentschlossenheit ihrer Regierung und rathenihr, daß sie, um den »«zeitigen Eifer zu stillen, den festenEntschluß fasse, den Frieden abzuschließen; um aber die bösenUmtriebe zu beschwichtigen, möchte es zuträglich sein, die Vor-gesetzten auS. den Ämtern nach h'ucern zu berufen und ihnen dieGründe für den Frieden kräftigst vorzustellen, damit sie dasVolk darüber belehren können. Auch die Geistlichkeit sollte manberichten, und die fremden Aufwiegler sorgfältig beobachten.
Endlich melden sie noch, daß alle waffenfähige Mannschaftdes Kantons Bern wieder einberufen sei, was keine friedlichenAbsichten verrathe, ausgenoinmen man nehme au, es geschehenur, um zu schrecken.