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Zweiter Band.
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Buch 11. Kapitel 11.

ziehen. Es seien schon Prädikanten in der Stadt und man lassefür die Ketzer eine neue Kirche im Grund bauen. Die Regie-rung wolle die Bauern wehrlos machen und durch die Bernerpeinigen lassen. Es sei zwischen Zürich, Bern und Lucernausgemacht, daß nur diese drei Städte herrschen und die Ur-kantone bevogtet werden sollen. Aber die Lucerner wollen auchfreie Leute werden. 206 )

Den 19. Heumonat berichtete die Obrigkeit ihren Gesandten,daß die drei Orte bei der Sinserbrücke und Maschwanden denAngriff gemacht haben und Alles noch im Feuer sei. Lucernhabe sein Volk auch versammeln und Offiziere ausschickenmüssen, dasselbe anzuführen. Sie haben zwar schon in ihremgestrigen Schreiben angezeigt, daß nun der Frieden wiederdürfte über den Haufen geworfen und andere Entschlüsse gefaßtwerden. Durch ein späteres Schreiben vom nämlichen Tageberichtete dann aber die Obrigkeit, daß Alles, was sie des Mor-gens geschrieben, unwahr und nur durch eine Musterung derZürcher in Maschwanden veranlaßt worden sei. Es war näm-lich ein übel berechnetes Freudenschießen der Zürcher wegen desabgeschlossenen Friedens, welches die Lucerner Bauern und dieübrigen Kantone znm Sturmläuten bewog.

Den 20. Heumonat gab die Obrigkeit von Lucern ihren Ge-sandten den Befehl, Aarau zu verlassen, weil Krieg und Friedennicht mehr in ihrer Gewalt seien. Von den Offizieren, die sieausgeschickt haben, seien einige beim Volk, andere habe manmit Drohungen zurückgeschickt. Herr Brigadier Pfyffer habedurch ein Knäbchen wissen lassen, er sei in der Gewalt derBauern und könne nicht mehr schreiben.

Den 20. Heumonat schrieben noch die Lucerner Gesandten anihre Obrigkeit, daß sie laut den Berichten vom 18. und 19. in

Helvetia Bd 1. S, 114 u. f, B. III. S. 134.