Berichte der lucernischen Gesandten. ;JI!
der Hoffnung leben, man werde die Bauern noch zur Ordnungweisen können Indessen haben sie Alles Sr. Exzellenz eröffnetund sich mit ihr berathen, wie man den schlimmen Folgen vor-beugen könnte; da man aber kein anderes Mittel habe findenkönnen, als daß der Friede auch mit den andern Kantonen ab-geschlossen werde, so habe es zweckmäßig geschienen, sich ihnenzu nähern und die Konferenz etwa nach Muri zu verlegen, wennes möglich sei, Zürich und Bern dazu zu bewegen. Der fran-zösische Ambaffador habe sich anerboten, selbst in die Kantonezu reisen. Er habe ferner übernommen, mit den uninteressirtenKantonen darüber zu reden und ihnen vorzustellen, daß Lucernund Uri gesonnen seien, den Frieden zu halten; wenn es denObrigkeiten aber nicht möglich wäre, das Volk zurückzuhalten,so werde wohl das Beste sein, daß man sich dem Kriegsschau-plätze nähere, um alle Kantone zum Frieden aufzumuntern.Indessen habe man für gut gefunden, wegen Auslieferung desTraktats von 1531 oder anderer Beschwerden nicht zu sprechen;mau müsse sich damit begnügen, wenn man Zürich und Bernbewegen könne, die Tagsatzung nach Muri zu verlegen. Danun die Auslieferung des Traktats von 1531 in dem neuenInstrument nicht mit Worten ausgedrückt sei, dieselbe zwarimmer begehrt, von ihnen aber nie förmlich bewilligt worden sei,so könne man immer noch darüber sprechen. In dem Instru-ment sei zwar die Generalamnestie ausgedrückt; man habe sichaber vorbehalten, inner 14 Tagen in einem besondern Instru-ment die Personen zu bezeichnen, die nicht darin begriffen seinsollen.
Wegen der Neutralität habe man als Nachsatz noch demTraktate beigefügt, daß man neutral bleibe, bis der Terminverflossen sei, den man den drei Orten zum Beitritt offen ge-lassen habe. Oberst Reding, der sich seit einigen Tagen inAarau aufhält, habe von seiner Obrigkeit Befehl erhalten, er