Band 
Zweiter Band.
Seite
446
JPEG-Download
 

Buch U. . Kapitel III.

44«

sischer oder lateinischer Sprache kontrahirt haben. Ob denn diedeutsche Übersetzung des Traktats von 1663 als das Hauptin-strument und das französische als eine ungetreue Kopie werdebetrachtet werden? Übrigens wenn es wahr sei, daß Treu undGlauben die Eigenschaften der schweizerischen Nation seien, wiesie sich dann entschließen könnten, ihren Feinden und selbst ihreneigenen Kindern Waffen in die Hände zu geben, indem sie durchdiese Verschiedenheit der Ausdrücke veranlaßt würden, zu glauben,daß sie dem König Sachen versprochen haben, die sie nichtWillens waren, zu halten.

Es sei daher für die Katholiken wichtig, daß das Originalund die Kopie in Allem solchermaßen gleich seien, daß man nieaus dem Einen das Andere ungültig machen könne. Wenn ersich nicht an die Befehle Sr. Majestät festhielte, so würde er siebeim Wort nehmen mit der Bedingung, daß der 6. Art. desprojektirten Instrumentes im Deutschen so laute, wie es in dembeiliegenden Projekt ausgedrückt sei, und im Französischen aberanders. Er würde auch in der geheimen Erklärung, daß Zürichund Bern dem Bunde nicht einverleibt werden sollen, wenn sienicht vorher den gerechten Begehren der katholischen KantoneGenüge gethan haben, das Nämliche beobachten. Aber mit seinerangebvrnen Offenheit, die jeder biedere Mensch anerkennen müsse,frage er sie, ob sie heutigen Tages auf Sand bauen wollen,

und ob Treu und Glauben nicht die Grundveste des Gebäudes

sein soll, das sie aufrichten wollen. Es sei besser, daß man ent-weder sich zu diesem Zweck vereinige oder die Unterhandlungen

abbreche.

Über die Transgressionen ließ er sich nicht weiter ein.

Er bittet sie ferner, ihre Arbeiten zu beschleunigen, da esihnen bekannt sein werde, daß der päpstliche Nuntius dem AbbePassionei schreibe, die kaiserlichen Minister haben sich erklärt,seine Gegenwart sei durchaus nothwendig bei der Behandlung