Bericht des St. Saphorin nach Wien.
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der schweizerischen Angelegenheiten. Ihr eigenes Jntereffe er-fordere also seine baldige Abreise, wo dann die Abfassung derUrkunde, welche das Bollwerk der katholischen Kantone bildensolle, auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben würde. Auf derandern Seite bitte er sie, zu betrachten, daß die Absichten derProtestanten, den Bund zu erneuern, nicht zu verachten wären,wenn der König nicht alle zeitlichen Interesse vergäße, sobaldes um ihren heiligen Glauben zu thun sei.
Es sei ihnen bekannt, was dieser große Monarch währendseiner glorreichen Regierung zu Gunsten der unterdrückten Mächtegethan habe. „Werden Sie glauben, daß dieser große Monarch„treue Verbündete verlassen werde, wenn sie ihn nicht dazu„zwingen?"
Während nun die katholischen Kantone in ihren Rathssälenmit der Entwersung der Instruktionen der Gesandten auf diebevorstehende Tagsatzung beschäftigt waren, versäumte der Am-baffador nichts, um auf geheimen Wegen seinen Zweck zu för-dern; aber auch die reformirten Kantone blieben auf die Kunde,die sie von den Verhandlungen hinter ihrem Rücken erhielten,nicht müßig.
Den 1. Hornung entwickelte der General St. Saphorin demGrafen Sinzendorf in einem langen Schreiben, daß seit 200Jahren Frankreich allein die Wichtigkeit der Schweiz erkannthabe, und in Folge dessen habe Frankreich alle Kleinigkeiten inder Schweiz mit einer Sorgfalt behandelt, als hänge die Größeund Macht von Frankreich allein von der Schweiz ab. Hin-gegen haben die übrigen Mächte die Schweiz mit wenig Achtungbehandelt, und wenn eine Unterhandlung nicht sogleich den er-
K ) Bd. IV. S. 499- 502. Diese Briefe und derjenige von Herrn Willa-ding scheinen vollkommen zu beweisen, daß die Anerbietungen Berns zueinem Bund mit Frankreich nur Erfindungen des Herrn dü Lüc waren,um desto eher zu seinen Zwecken zu gelangen