Band 
Zweiter Band.
Seite
484
JPEG-Download
 

484

Buch II. Kapitel IN.

wesen wäre und die Gesinnungen Sr. Majestät kennen würde;denn es wäre ihm dann leichter, die protestantischen Kantone zugewinnen, als es ihm jetzt sein müsse, die Unterhandlungen desHerrn von Clausüre zu stören, da er nur im Dunkel tappenmüßte.

Jetzt sei ein Zeitpunkt, der entscheiden müsse, ob die ganzeSchweiz für immer der Schützling von Frankreich sein und inZukunft ganz von dessen Willen abhängen solle, oder ob sie freibleiben, oder ob die protestantischen Kantone, weit entfernt, sichan Frankreich anzufesseln, wie es solches begehre, sich von ihmbeinahe ohne Rückkehr trennen werden. Es sei natürlich, daßder Herr von Clausüre Alles anwende, zu seinem Zweck zu ge-langen. Er werde trachten, die protestantischen Kantone zu er-schrecken, indem er ihnen zeigen werde, daß Frankreich, wennsie nicht dem Bunde beitreten, stets die Interessen der katholi-schen Stände den ihrigen vorziehen werde, und man werde ihnendie Unhaltbarkeit einer solchen Lage vorstellen. Der Generalhabe Sr. Exzellenz schon mehrmals gesagt, daß der Graf düLüc es wisse, wie gerne die protestantischen Kantone sich dieEhre der Gunst Sr. Majestät des Kaisers erwerben möchten,und daß er nur darüber spotte und sage, er sei sicher, daß sienie dazu gelangen werden. Der Herr von Clausüre werdewahrscheinlich die nämliche Sprache führen, um die Protestantennach seinen Absichten zu leiten. Er werde wohl wieder denVorschlag, die Kantone mit einander auf Unkosten des Abtesvon St. Gallen zu vereinigen, vorbringen, denn dieses sei immerder Lieblingsplan des Grafen dü Lüc gewesen, nicht nur um dieSchweizer zu vereinigen und die Erneuerung eines allgemeinenBundes zu erzwecken, sondern auch um die Schweiz für immermit Sr. kaiserlichen katholischen Majestät und dem Reiche zuentzweien. Er zweifle gar nicht, daß man, wenn die Prote-stanten dem Bunde beitreten wollten, unter der Bedingung, daß