Band 
Zweiter Band.
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Urtheile von dü Lüc und Balthasar über den Bund. 4!>l

bemerkt zuerst, daß der Ambassador durch seine Kreaturen inden Kantonen es dahin zu bringen wußte, daß die Veranlassungzu dem Bunde im Eingang des Traktates so dargestellt wurde,als ob nicht Frankreich, sondern die katholischen Kantone denBund gesucht hätten, woraus sür die Zukunft für den Königder Vortheil erwachsen sollte, daß er nicht mehr, wie bisanhin,nöthig hätte, mit so viel Mühe und Auslagen den Bund zu er-neuern, da nun schon der Anfang gemacht war, daß die Schweizdie Erneuerung begehren sollte. Diese Art, zu handeln, schienaber auch für den Augenblick den Vorstehern der demokratischenStände sehr günstig zu sein, um mit demagogischen Kniffen dasZutrauen des Volkes wieder zu gewinnen, ihm das Geheimniß-volle des ganzen Geschäftes genehm zu machen, allen Verdachtzu beseitigen und es für Errichtung des Bundes ganz zu ge-winnen. Sie sagten dem Volk, „es solle sich bescheiden benehmen,„die angesetzte Brut nicht stören, noch das willige Huhn ab den„Eiern vertreiben. Man habe nach vielem und reiflichem Über-wegen das Geheimniß gefunden, mit lilienhastigem Geruch dem„Löwen und dem Bären den Raub abzujagen." "ÜBei der Tagsatzung, die zu Lucern den 11. Christmonat 1713stattfand, ergossen sich die Gesandten in Klagen darüber, wieweit das Ansehen der katholischen Kantone gesunken, in welcherNoth sie selbst und in welcher Gefahr die Religion sei;wie nöthig es sei, daß sie fest zusammenhalten, Mann fürMann, Ort für Ort stehen, in der Gefahr einander beistehen

In5 ) So bildlich war zu selbiger Zeit die Sprache der Demagogen z» demnoch rohen Volk- Der Demagog, ohne sich zu kompromittiren, erwecktedurch eine ähnliche Sprache eine Menge Auslegungen seiner Rede. nachder Faffungs- und Einbildungskraft eines Jeden, und erhielt dadurchdie Beistimmung Aller. Für den Nichtschweizcr bemerken wir, daß derLöwe der Schildhalter des zürcherischen Wappens und der Bär dasWappen selbst der Berner war.