Die Berichte von dü Lüc über Bern und die Berner. 499
bitter ecn Minister von Torch, daß er im Haag auf den St. Saphorin ein acht-sames Auge habe und ihm sein Bestreben berichte, damit er in Bern könne davon" Gebrauch machen. Vorläufiger Plan von dü Lüc, Vern zu schwächen. Den Anlaß derentdeckten Salzquelle in Ber, ein Streit von einem gewissen Castan und das Be-nehmen der Familie'Fischer benutzt dü Lüc, die Berner zu verleumden. Erräthan, während des Krieges der Berner mit den 5 Orten in das Wadtland einzu-fallen. Er räth an, aus dem Wadtland eine eigene Republik zu bilden. Bernerhält den 19. April 1713 die Abschrift eines Memorials gegen Bern, welchesdü Lüc an den Hof gesandt hatte, und verhinderte dessen Ausführung durch Ver-*** mittlung der Königin von England. Zürich und Bern schicken ein Memorial andie protestantischen Mächte. Gesandtschaft Thormann's an dü Lüc und Folgen diesesfalschen Schrittes. Der geheime Plan, den dü Lüc dem österreichischen Hof vor-schlug, die Theilung der Schweiz betreffend. Bemerkungen.
Es war natürlich, daß die Bemühungen von Bern, die An-sprüche der französischen Prätendenten auf Neuenburg zu verei-teln, bei dem französischen Hofe Unwillen gegen diesen Kantonerregen mußten, und daß den beiden Ambassadoren, von Puisieurund dü Lüc, der Schultheiß Willading von Bern besonders ver-haßt war, weil er hauptsächlich alle Schritte seiner Regierungleitete, und zwar so, daß man den Kanton nie mit Recht feind-seliger Handlungen gegen Frankreich anklagen konnte. Selbstbei den Bestrebungen Berns, die Freigrafschaft und das Elsaßden Franzosen zu entreißen und die darauf abzweckenden Unter-nehmungen von Österreich zu erleichtern, welche die französischenDiplomaten sehr wohl kannten, war es doch nie möglich, Gründeausfindig zu machen, um die Regierung von Bern offen zu be-schuldigen. Später hatte der Hof den Groll wegen Neuenburgfällen lassen und dem Grafen dü Lüc aufgetragen, Bern undden Schultheißen Willading wieder für Frankreich zu gewinnen,was der anmaßende Ambassador für sehr leicht hielt.
Kaum hatte der Graf dü Lüc im April 1709 die Legitima-tivnstagsatzung in Solothurn abgehalten, so schrieb er schon den18. Mai dem Herrn von Cambiaques, einem Freunde der Bernerund des Herrn Willading: Er sei in die Schweiz gekommenà dem Vorsätze, wirksam daran zu arbeiten, diesen Kanton zuseinen wahren Interessen zurückzuführen und gleichzeitig Allesanzuwenden, ihm die alte Liebe und das Zutrauen des Königs,