Der König von Polen begehrt Schweizertruppen. 531
Er bitte unterthänigst um Verzeihung, daß er wage, so freizu sprechen; aber sein Eifer erlaube ihm nicht, sich zu verstellen."")
Den 10. April 1711 berichtet der Ambaffador dem Markisvon Torcy> daß ihm der Sohn des Schultheißen Grafenried aufder Rückreise in seine Landvogtei Bipp aus Auftrag seinesVaters gesagt habe, der König August von Polen habe ihnschon vor mehren Monaten wegen seines Vorhabens, Schweizer-truppen in seine Dienste zu nehmen, um seine Meinung gefragt.
Er habe ihm darüber geantwortet, die Sache scheine ihmunmöglich, weil die Nation durch alte Bündnisse verpflichtet sei,eine ausnehmend große Anzahl von Rekruten zu liefern, dieüberbleibende Mannschaft aber kaum genüge, die Ruhe im Landezu erhalten, während es ringsum mit kriegführenden Mächtenumgeben sei.
Der König August habe sich dann gestellt, als hätte er keineAntwort erhalten, und dem Schultheißen Willading ganz dasNämliche geschrieben, was er früher seinem Kollegen gemeldethatte, mit der Bitte, einzuwirken, daß der Rath ihn begünstige,wobei er noch bemerkte, daß er sich an die ganze Eidgenossen-schaft durch den Kanal von Zürich gewendet habe. Willadinghabe alsobald diesen Brief dem Rathe mitgetheilt. Der Grafsei aber überzeugt, daß dieses nur aus Haß geschah, um Grafen-ried eine unangenehme Szene zu bereiten, indem er ihm einVerbrechen daraus machen wollte, daß er den Brief des KönigsAugust nicht mitgetheilt hatte.
Anfänglich habe es geschienen, daß Willading die Werbungbegünstigen wolle. Er glaube sich übrigens nicht zu irren, wenner sage, daß die Briefe des Kurfürsten von Sachsen in Bernmit Stanian abgeredet und abgefaßt worden seien. Er hoffe,verhindern zu können, daß die Katholiken ihm Truppen bewil-
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