Band 
Zweiter Band.
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Neue Denkschrift von tü Luc gegen Bern.

und die Insel St. Johann, Orbe Esclepcns, und ein guterTheil des Wadtlandes. Nur aus Furcht vor einer solchen For-derung hat diese Republik die Ansprüche der Franzosen, vorzüg-lich aber des verstorbenen Herrn Prinzen von Conti, durchkreuzt,da sie dessen Vorsatz kannte, mit diesem Fürstenthum wieder dieTheile zu vereinigen, welche so betrügerisch davon veräußertworden waren, und nur indem er dieses aufgab, konnte derKurfürst von Brandenburg sie für sein Interesse so begeistern.

„Entweder würden dann die Berner diese Gegenden zurück-geben (was sie so schwächen würde, wie man es wünscht), odersie würden es abschlagen, woran nicht zu zweifeln ist, und dannwürde der Prinz sich mit den Katholiken vereinigen und sich desWadtlandes bemächtigen, als Ersatz für die Landschaften, dieman ihm ungerechter Weise vorenthält, zumal er auf einen Theildieses Landes rechtliche Ansprüche hat.

„Die Sache wäre um so leichter, da die Bewohner diesesLandes nur auf eine Gelegenheit warten, dieses Joch abzu-schütteln. Dieß wäre auch schon geschehen, wenn sie gewußt hätten,wem sie sich ergeben sollten; denn die harte oder vielmehr dietyrannische Art, wie diese Völkerschaft regiert wird, das ununter-brochene Streben ihres Souveräns, sie zu Grunde zu richte»,um ihnen die Mittel einer Empörung zu nehmen, die Verach-tung, die man sie bei allen Gelegenheiten empfinden läßt: Allesdieses hat schon längst bei ihnen den Wunsch rege gemacht, einenandern Herrn anzunehmen.

„Nur die Schwierigkeit, einen Herrn zu finden, der ihnenbehage, hat sie bis setzt zurückgehalten. Sie hätten Neigung fürden Herzog von Savoyen, aber sie fürchten die Unterdrückungihrer Religion sowohl als ihrer Freiheiten unter einem Fürsten,von dem sie nicht glauben, daß er sein Wort sehr gewissenhafthalten würde. Sie wünschen sich einen Herrn, dessen ganze Machtauf ihnen beruhe, der ihnen seine Erhöhung zu danken hätte,