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Die Verbindung des Feldbaues mit dem Waldbau oder die Baumfeldwirthschaft / von Heinrich Cotta
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den meisten Bewohnern desselben fehlt eS an hin-länglichen Erwerbsmitteln.

Das frische Andenken an die zu jener Zeit kaum über-siandencn Hnngerjahre erzeugte diesen Eingang. An dieStelle LeS vorhergegangenen Brodmangels ist aber jetztUeberfluß getreten, und da man in diesem Augenblickenicht mehr sagen kann, das Brod fehle auf unserm Erd-theile; so halten auch Viele die ganze dort ausgesprocheneIdee für unnütz, zwecklos und unpassend. Alles in derWelt ist jedoch dem Wechsel unterworfen, und wie derMangel an Brod vorübergehend war, wird es auch derjetzige Ueberfluß seyn. Es ist daher thöricht, zu wäh-nen , es würden keine Hungerjahre mehr eintreten, undunbesonnen sich in diesem Wahne der Trägheit und Si-cherheit hinzugeben.

Nehmen wir aber auch sogar an, cS könne nie wie-der Mangel an Nahrungsmitteln entstehen, und es würdefortan immer nur Ueberfluß herrschen; so behält dennochdie Idee der Baumfeldwirthschaft ihren Werth. Denn je-des Mittel, welches uns rechtlichcrweise einen größer»Ueberschuß bei Beimtzung unserer Grundstücke gewährt,muß uns lieb und willkommen seyn. Wenn die Tareneines Produktes sehr niedrig stehen, so muß dem Produ-centen wenn er nun einmal nichts anderes zu produci-ren vermag um so mehr daran liege», eine desto größereMenge zu erzeugen, damit ihm die Menge ersetzt, waSdem Preise abgeht. Wenn die Nutzung einer Kuh zueiner gewissen Zeit nur halb soviel einbringt, als sonst;