vom Licht und Schatten.
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2. Oder ein kuͤnſtliches, von Menſchen zugerichtetes Licht, ſo vom Feuer undſeiner Flamme herkommt, und den Gegenſtaͤnden eine ſeinem Urſprung ge-maͤſſe Farbe giebt; aber ſich nicht weit erſtrecket.
n. In Anſehung der Wuͤrkung; in deren Betrachtung man es nennen kann
1. Das hoͤchſte und ſtaͤrkſte Licht, welches ſich am ſtaͤrkſten zeiget, wenn Strah-len ſenkrecht auf die öberſten und aͤuſſerſten Theile eines erhabnen Koͤrpers fal-len, und von keiner entgegen ſtehenden Sache aufgehalten und verhindert
werden.
2. Ein ganz ausgebreitetes Licht, als das gemeine Tageslicht, ſo ſich uͤber die
ganze Lange eines erhabenen Koͤrpers ausbreitet, entweder1. Perpendiculariter, ſenkrecht von oben herab; oder
2. Diagonaliter, nach der Zwerchlinie.
3. Ein geſchwaͤchtes oder gebrochenes Licht, welches entfernten Sachen zu-kommt; deren Entfernung auf keine andere Weiſe angedeutet werdenkann, als wenn ihnen die Scharfe und Helle des Lichts benommen wird, undzwar dieſes nach den Graden der Entfernung, die mit den Koͤrpern nach Ver-kleinerung der Geſichtslinie ihre Verhaͤltniß hat; ferner auch nach dem dieDuͤnſte, ſo zwiſchen dieſer Entfernung ſich befinden, dicke oder duͤnne ſind.Wer dieſes in Acht zu nehmen weiß, wird gluͤckliche Wuͤrkungen dadurch her-vor bringen; und machen, daß das Hauptlicht beſſer in die Augen faͤllt, unddie hellen Partien, durch Entgegenſetzung ſtarker Farben beſſer hervor-
kommen.
m. In Anſehung des Orts, wo das Licht ſich ausbreitet; als da iſt:
1. Das freye Feld, da das Licht ſich gaͤnzlich zerſtreuet, und daher die darinnvorgeſtellten Sachen in einer ſonderbaren Gelindigkeit erſcheinen macht.
2. Ein verſchloſſener Ort: darinn das Licht gleichſam eingeſperret iſt. DieſesLicht iſt zwar ſtaͤrker, allein die Verlierung deſſelben iſt auch um ſo viel
ſchneller und verkuͤrzter.
w. In Anſehung des Gebrauchs, wie ſolches anzuwenden: Da denn zu merken:
1. Daß man ſich allezeit das Sonnenlicht vorſtellen muß, als waͤre es auſſenvor dem Gemälde, damit die Gegenſtaͤnde ſogleich in der vorderſten Abthei-lung ſtehen, deſto beſſer erleuchtet, und ihnen das ſtaͤrkſte Licht gegeben wer-den koͤnne. Der ſcheinende Korper, davon das Licht herkommt, ſoll nichtleichtlich auf der Tafel gemalt zu ſehen ſeyn, weil die Farben, deſſen Glanzrecht auszudrucken, nicht kraͤfftig genug ſind.
2. Daß das hellſte Licht auf die vornehmſte Vorſtellu* moͤglich, auf die Hauptperſon, davon die
*
3. Daß das Licht ſich uͤber die groſſen Partiemit kleinen Schatten unterbreche und verringerebeſſer hervorſtechen und ſich erheben.ne Manier in der Malerey.
4. Daß die ganze Starke des Hauptlich
Tafel erſcheine, wie auf einer Kugel l
all gleiches Licht angebracht wird, 8* eine
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ng in dem Gemaͤlde, undHiſtorie handelt, fallen
n ausbreiten ſoll, ohne daß man es„damit dieſe Partien deſto
Hierinn beſtehet die groſſe und ſchoͤ-
tes nur an einem Orte in einer jedenzu geſchehen pfleget; denn wenn uͤber-
Verwirrung, welche dem